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Skype: Lizenzstreit könnte Ende bedeuten

Medienberichten zufolge könnte eBay gezwungen sein, den VoIP-Dienst zu schließen, da eine entscheidende Lizenz für die Peer-to-Peer-Kommunikation nicht verlängert werden soll.

31.07.2009, 16:31 Uhr
Sky © Sky Deutschland

Das Online-Auktionshaus eBay will seine Tochter Skype in der ersten Hälfte 2010 an die Börse bringen und hofft auf eine Bewertung in der Größenordnung von zwei Milliarden Dollar. Medienberichten zufolge gibt es aber ein lizenzrechtliches Problem, das den VoIP-Dienst unter Umständen in schwere Probleme stürzen könnte.
Software nur lizensiert
In einer Meldung an die US Securities and Exchange Commission, der US Börsenaufsicht SEC, räume eBay einen Lizenzstreit mit dem Software-Unternehmen Joltid ein, berichtet unter anderem das Online-Magazin "itnews.com.au". Die Firma der Skype-Gründer Niklas Zennström und Janus Friis besitze die Rechte an der Software Global Index, die Peer-to-Peer-Kommunikation via Sprache, Video und Chat ermögliche und die Grundlage für den Dienst Skype darstellt.
eBay habe zwar Skype im September 2005 aufgekauft, die entscheidende Software aber seitdem von Joltid nur lizensiert. Im Zuge eines Streits zwischen den beiden Unternehmen über die Patentierungspolitik des Auktionshauses, bei der es zu Urheberrechtsverletzungen gekommen sein soll, kündigte Joltid den Lizenzvertrag. Derzeit versuche eBay die Unrechtmässigkeit dieser Kündigung gerichtlich feststellen zu lassen. Eine Entscheidung werde für Juni 2010 erwartet.
Eigene Entwicklung schwierig
Obwohl man im Hause eBay durchaus zuversichtlich sei, diesen Rechtstreit zu gewinnen, werde bei Skype bereits an einer eigenen Software gearbeitet. Allerdings schränkt das Unternehmen ein, dass eine solche Entwicklung möglicherweise nicht erfolgreich sein könnte. Und selbst wenn, sei eine Einschränkung der Funktionalität oder der Verlust von Kunden zu befürchten. Teuer werde es in jedem Fall.
Sollte Skype das Recht verlieren, die Software von Joltid zu nutzen und mit der Eigenentwicklung keinen Erfolg haben, könnte der Dienst wahrscheinlich nicht mehr betrieben werden und das Unternehmen stände vor dem Aus.

(Michael Posdziech)

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