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Skype immer noch in Erklärungsnot

Wie ein Unternehmen mit möglichst wenig Worten großen Wirbel erzeugt, so könnten man die vergangenen Tage bei Skype zusammenfassen. Nun sollen "Missverständnisse" ausgeräumt werden.

22.08.2007, 13:33 Uhr
Sky © Sky Deutschland

Kommunikation ist das Steckenpferd von VoIP-Anbieter Skype, jedoch in erster Linie die der Nutzer untereinander. Geht es nämlich um offizielle Stellungnahmen, wie sie beispielsweise bei den massiven Login-Problemen vergangene Woche notwendig werden, hält sich das Unternehmen gern vornehm zurück. Erst am Montag veröffentlichte Skype eine erste Erklärung dazu, was die Schwierigkeiten in der Woche zuvor verursacht hat. Statt eines Schlusspunktes setzte das Unternehmen damit jedoch vielmehr einiges in Bewegung, was zeigt, wie man mit möglichst wenig Worten einen großen Wirbel erzeugen kann.
Windows Patchday schuld?
Der ganze Ärger nahm seinen Lauf, als Skype offiziell die etwas schwammige Erklärung abgab, ein routinemäßiges Software-Update und die daraus resultierenden massenhaften Reboots der Nutzer hätten die Login-Probleme verursacht. Die Begründung stellte die Öffentlichkeit nicht wirklich zufrieden, denn ein Update der Skype-Software hatte nicht stattgefunden. Zahlreiche Medienberichte bezogen die Aussage daher auf den Microsoft Patchday, was Skype schließlich auch in einer aktualisierten Stellungnahme bestätigte.
Nur warf diese Aussage noch mehr Fragen auf: Wie konnte nämlich der Patchday, der traditionsgemäß bereits am Dienstag stattfand, erst am Donnerstag für Probleme sorgen? Die meisten Systeme werden unmittelbar nach der Veröffentlichung der Patches oder spätestens in der folgenden Nacht auf den neusten Stand gebracht. Zudem sind die Patchdays bei Microsoft kein seltenes Ereignis. Warum sollte es also gerade diesmal schief gegangen sein? Fragen, die Skype-Kunden – wohl in Ermangelung einer brauchbaren Erklärung ihres VoIP-Anbieters – auch an Microsoft stellten, wie es in einem Kommentar aus dem Microsoft Security Response Center heißt. Dort erklärt Christopher Budd nun, dass Skype vergangene Woche Microsoft kontaktiert habe und man gemeinsam nach Ursachen geforscht habe. Dabei sei jedoch heraus gekommen, dass nicht die Microsoft Patches die Probleme verursacht haben. Auch sei nichts Ungewöhnliches an den Microsoft-Flicken von vergangenem Dienstag gewesen, weder beim Reboot noch bei der Größe der Patches oder der Geschwindigkeit, mit der die automatischen Updates vorgenommen wurden. Eine weitere Skype-Erklärung bestätigt dies: Man habe nun Erfahrung mit dem Kommunikations-Grundsatz "Es kommt nicht darauf an, was Du sagst, sondern was der andere hört" gemacht und müsse einige Missverständnisse aus der Welt räumen.
Skype räumt Fehler ein
Skype betont ausdrücklich, man habe nicht Microsoft die Schuld in die Schuhe schieben wollen, sondern der Fehler läge einzig im eigenen Haus. Der Patchday sei nicht die Wurzel des Übels gewesen, sondern nur ein Auslöser. Ansonsten bleibt die Erklärung wie gehabt: Die Vielzahl der Rechner-Neustarts habe die Netzwerk-Ressourcen von Skype beeinträchtigt. Da der VoIP-Anbieter mit Peer-to-Peer-Technik arbeitet, bilden die Rechner der Nutzer selbst das Skype-Netzwerk, das Unternehmen stellt lediglich die Login-Server.
Da nun einige der so genannten Supernodes, die für die weltweite Datenverteilung im Skype-Netzwerk sorgen, neu gestartet wurden und gleichzeitig zahlreiche Login-Anfragen eingingen, sei die verheerende Kettenreaktion entstanden. Gleichzeitig erwähnt das Unternehmen aber auch ein erhöhtes Datenaufkommen als Ursache, ohne näher zu begründen, woher dies gekommen ist. Es wird also wohl noch ein paar Stellungnahmen brauchen, bis Skype-Kunden letztendlich genau wissen, was mit ihrem VoIP-Dienst passiert ist.

(Aleksandra Leon)

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