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Skype fordert offene Mobilfunknetze

Skype fordert freie und offene Mobilfunknetze - doch bleibt selbst geschlossen.

01.03.2007, 09:08 Uhr
Sky © Sky Deutschland

Das Internet wird zunehmend mobil. WLANs und schnelle Mobilfunknetze machen "das Netz" und somit auch Skype unterwegs verfügbar - was manchen Netzbetreibern ein Dorn im Auge ist. Sie versuchen daher, VoIP-Anwendungen zu blockieren oder einzuschränken, da sie an den Gesprächen nicht mehr mitverdienen. Gegen diese Blockaden hat Skype nun bei der amerikanischen Fernmeldebehörde FCC eine Petition eingereicht.
Mehr Freiheit für die Nutzer
Mit der Petition, die sich hauptsächlich auf den US-Mobilfunkmarkt bezieht, will Skype mehr Wahlfreiheit für die Nutzer erreichen. So wird unter anderem bemängelt, dass viele US-Netzbetreiber die Features von Handys bewusst einschränken. Beispielsweise würden viele US-Handy-Modelle ohne WLAN-Modul ausgeliefert, da die Netzbetreiber so an den Datenübertragungen mitverdienen könnten. Den Nutzern sei es daher nicht möglich, die gleiche Datenübertragung gratis über ein WLAN durchzuführen.
Skype fordert daher offenere Mobilfunknetze und -Geräte, damit die Nutzer selber entscheiden könnten, welche Features sie benutzen möchten. Darüber hinaus sei eine freie Wahl und starker Wettbewerb gut für Innovationen. Mit der Petition will Skype auch erreichen, dass sich der eigene Dienst mehr auf Handys und anderen mobilen Geräten durchsetzen kann. Auch in Deutschland gibt es bei den Mobilfunknetzbetreibern Bedenken gegen Voice-over-IP-Anwendungen (VoIP). So hat Vodafone bereits vor einiger Zeit angekündigt, VoIP-Verbindungen ab Juli dieses Jahres zu blockieren. E-Plus arbeitet hingegen ausschließlich mit Skype zusammen und will somit eine Kontrolle über VoIP-Verbindungen erreichen.
Skype: Offenheit fordern - selbst geschlossen bleiben
Desweiteren bemängelt Skype, dass viele Mobilfunkanbieter ihre Kunden an sich "fesseln", da die Handys oft mit SIM-Locks ausgeliefert werden und so ein Wechsel zu einem anderen Anbieter erschwert wird. Dabei strebt Skype diesen "Lock-In"-Effekt auch bei den eigenen Kunden an, da das Skype-Netzwerk weitestgehend geschlossen ist. Skype kann nur mit dem original Skype-Client benutzt werden, andere Software ist nicht zugelassen oder muss zertifiziert werden, wie etwa auf Hardware-Skype-Telefonen. Skype-Nutzer können ebenfalls nur mit anderen Skype-Nutzern gratis telefonieren - eine Möglichkeit, andere VoIP-Teilnehmer kostenlos anzurufen, besteht nicht. So erhält sich auch Skype die Einnahmen aus kostenpflichtigen Diensten, wie etwa von Anrufen in die normalen Telefonnetze.

(Christopher Bach)

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