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Skype dementiert Software-Crack

Nachdem das Gerücht im Web Wellen schlug, dass das Skype-Protokoll gecrackt worden sei, wiegeln die Skype-Macher in ihrem Statement ab.

17.07.2006, 16:43 Uhr
Sky © Sky Deutschland

Seit vergangener Woche sorgt ein Gerücht für Wirbel in der Web-Gemeinde. Das Skype-Protokoll soll per reverse engineering nachgebaut worden sein. Ein chinesisches Unternehmen will so eine Skype-kompatible Software entwickelt haben, die, wenn sie dann im August fertig ist, vergleichbare Funktionen wie das beliebte Softphone bieten soll. Von der Nachricht unbeeindruckt zeigt sich jedoch Skype selbst.
Skype winkt ab
In einem kurzen Statement äußert sich das Unternehmen, man sei sich der Gerüchte zwar bewusst, habe aber keinen Beweis, der die Richtigkeit bestätigen würde. Selbst wenn es möglich gewesen sei, das Protokoll nachzubauen, so würde doch die Kopie nicht die gleichen Eigenschaften und vergleichbare Zuverlässigkeit aufweisen können, wie das Original. "Darüber hinaus gibt es keine Möglichkeit, über reverse engineering die kryptografische Sicherheit und Integrität von Skype zu bedrohen", heißt es in der Mitteilung abschließend wörtlich. Dem widerspricht jedoch nicht nur Charlie Paglee, der mit seinem Blog für die Furore gesorgt hatte. Auch andere Blogs halten es für möglich, dass Skype kompatible Konkurrenz bekommen könnte.
Aufruhr dem Aufrührer
Paglee hat wohl nicht geahnt, was er mit seiner Mitteilung auslösen würde. Kaum hatten mehrere Nachrichtenmagazine darüber berichtet, geriet er selbst in den Verdacht, mit den Entwicklern aus China unter einer Decke zu stecken. Schließlich ist er Gründer und Vorstandsmitglied der chinesischen Firma Hanzen Corporation, die speziell für den chinesischen Markt Office-Software entwickelt, die in Funktion und Kompatibilität dem Microsoft-Pendant entspricht. Gleichzeitig ist Paglee Gründer des kalifornischen Unternehmens Vozin Communications, Inc., das eine Erweiterung für Google Talk entwickelt hat, mit der auch Gespräche vom Computer in andere Netze geführt werden können. Paglee streitet jedoch ab, dass Hanzen in die Sache involviert ist.
Rechtliche Konsequenzen müssten die chinesischen Entwickler für ihr reverse engineering jedenfalls nicht fürchten, meint Paglee. Skype, die selbst von anderer Seite wegen Patentverletzungen vorgeworfen bekommen, habe die eigene Software nicht lizenziert, so dass im Falle einer Kopie aus China keine Strafe wegen Verstoßes drohe.

(Aleksandra Leon)

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