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Sky steckt weiter in tiefroten Zahlen

Der Pay-TV-Sender machte im zweiten Quartal 53,6 Millionen Euro Verlust. Zwar deutlich weniger als noch vor einem Jahr, aber dennoch erschreckend viel. Die Zahl der Kunden kletterte nur leicht.

12.08.2011, 09:00 Uhr
Sky © Sky Deutschland

Der führende deutsche Pay-TV-Sender Sky arbeitet sich in kleinen Schritten in Richtung Profitabilität. Das klappt allerdings bei Weitem nicht so schnell, wie es sich Konzernchef Brian Sullivan wünschen würde, wie ein Blick auf die am Freitag vorgelegten Quartalszahlen zeigt. Demnach hat sich zwar die Zahl der Kündigungen ein weiteres Mal verringert, Sky ist es aber zwischen April und Juni auch nicht gelungen, den Absatz an Neuabonnements zu forcieren. Die Folge: ein weiterer hoher Millionenverlust.

Nur 33.000 Neukunden

Insgesamt konnte Sky im zweiten Quartal nur 33.000 Netto-Neukunden verzeichnen und die Gesamtkundenzahl in diesem Zusammenhang auf knapp 2,76 Millionen steigern. Dabei standen 98.000 neu unterzeichneten Verträgen 65.000 Kündigungen gegenüber. Damit verzeichnete Sky den schlechtesten Wert an Bruttozugängen seit langem.

Hoffnung macht aber die Quote der werthaltigen HD-Kunden, die ein weiteres Mal ausgebaut wurde. Insgesamt 714.000 Kunden nutzten zum Stichtag Ende Juni ein Premium HD-Abonnement - 50.000 mehr als Ende März. Berücksichtigt man auch jene Kunden, die HD-Inhalte nur über das Sky-Basispaket empfangen, lag die Zahl der HD-Haushalte mit Sky-Abo bei 1,2 Millionen. In den kommenden Monaten soll das HD-Angebot des Pay-TV-Senders weiter wachsen.

Weil es die meisten HD-Inhalte nur in Verbindung mit einem Premium-Abonnement gibt, das mit Extrakosten verbunden ist, stieg auch der durchschnittliche Monatsumsatz pro Kunde (ARPU). Im Vergleich zum zweiten Quartal des Vorjahres kletterte er um rund 7 Prozent auf 30,69 Euro.

Sky bleibt weiter tief in der Verlustzone

Der Umsatz legte im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 276,7 Millionen Euro zu. Davon steuerten Programmabonnements allein 252,5 Millionen Euro bei. Dem standen aber auch Kosten in Höhe von 313,7 Millionen Euro gegenüber. Zwar musste für Programminhalte 4 Prozent weniger ausgegeben werden (175,5 Millionen Euro), gleichzeitig stiegen aber zum Beispiel auch die Kosten für Technik (+24 Prozent, 42,5 Millionen Euro), Kundenservice (+15 Prozent, 16,8 Millionen Euro) und Vertrieb (+12 Prozent, 43,5 Millionen Euro).

Unter dem Strich musste Sky einen weiter hohen Verlust von 53,6 Millionen Euro verzeichnen. Zum Vergleich: im zweiten Quartal 2010 lag das Minus noch bei 81,9 Millionen Euro. Auch im ersten Quartal dieses Jahres lag der Fehlbetrag noch bei 86,9 Millionen Euro.

(Hayo Lücke)

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