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Sky präsentiert Horror-Zahlen - Millionenverlust

Im Zuge der Umbenennung von Premiere in Sky schnellte der Nettoverlust des Unternehmens auf schwindelerregende 365,8 Millionen Euro in die Höhe. Die Kundenzahl konnte konstant gehalten werden.

13.08.2009, 09:18 Uhr
Sky © Sky Deutschland

Der führende deutsche Bezahlsender Sky hat den deutlichen Kundenverlust der vergangenen Quartale stoppen können. Wie dem am Donnerstag in München vorgelegten Geschäftsbericht für den Zeitraum zwischen April und Juni zu entnehmen ist, schrumpfte die Zahl der direkten Abonnenten um nur 7.000 auf rund 2,36 Millionen. Finanziell war das zweite Quartal jedoch ein Desaster. Sky musste einen Verlust in dreistelliger Millionenhöhe verkraften.
Hoher Verlust
Im Zuge der Umbenennung von Premiere in Sky schnellte der Nettoverlust des Unternehmens auf schwindelerregende 365,8 Millionen Euro in die Höhe. Zum Vergleich: ein Jahr zuvor lag der Verlust bei "nur" 37,8 Millionen Euro. Getrieben wurde der hohe Verlust durch die vollständige Abschreibung des Premiere-Marktwertes. Das hatte einen einmaligen Effekt von 253,9 Millionen Euro auf das Nettoergebnis zur Folge. Trotzdem ist Sky-Chef Mark Williams mit dem Ergebnis zufrieden: "Die Marke Sky hat schnell einen Bekanntheitsgrad von über 50 Prozent erreicht. Die Resonanz in den ersten Wochen war sehr positiv."
Negativ entwickelte sich auch der Umsatz. Sky erwirtschaftete im zweiten Quartal mit 230,6 Millionen Euro immerhin 21,5 Millionen Euro weniger als noch ein Jahr zuvor. Gleichzeitig stiegen die operativen Kosten um 53,5 Millionen Euro auf 294 Millionen Euro an. Bemerkbar machte sich das unter anderem bei den Kosten für das Programm und Vertrieb. Die Programmkosten stiegen um 21,6 Millionen Euro auf 196,9 Millionen Euro, die Vertriebskosten um 16,3 Millionen Euro auf 35,3 Millionen Euro.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wies einen Verlust von 63,4 Millionen Euro aus. Vor einem Jahr konnte Sky noch ein Plus von 11,6 Millionen Euro präsentieren. Nach Unternehmensangaben hatten insbesondere die Vorbereitungen für den Namenswechsel Auswirkungen. Den Break-Even beim EBITDA erwartet der Pay-TV-Sender im Verlauf des vierten Quartals 2010. Dann sollen bei Sky zwischen 3,0 und 3,4 Millionen Kunden unter Vertrag stehen. Ein Nettogewinn soll ab 2011 ausgewiesen werden können.
Ordentliches Neukundenplus
Dass Sky die Kundenzahl weitestgehend konstant halten konnte, lag möglicherweise an der frühzeitig kommunizierten Preisstruktur für die neuen Sky-Pakete, die bereits Ende Mai bekannt wurden. Dadurch hatten viele Kunden die Möglichkeit, noch Einzelpakete von Premiere zu bestellen. Dafür werden monatlich knapp 20 Euro fällig, während für Sky mindestens knapp 33 Euro im Monat berechnet werden. Insgesamt standen im zweiten Quartal 123.000 Kündigungen 117.000 Neuabonnenten gegenüber. Die Zahl der Prepaid-Kunden verringerte sich um 30.000 auf nur noch 38.000, die der Wholesale-Kunden aufgrund der auslaufenden Sublizenz von arena um 376.000 auf 334.000.

(Hayo Lücke)

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