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Sky macht erneut fast 90 Millionen Euro Verlust

Der führende deutsche Pay-TV-Sender hat seinen Verlust im Jahresvergleich zwar um rund 27 Millionen Euro eindämmen können, steckt aber immer noch tief in den roten Zahlen. Im dritten Quartal kamen 45.000 neue Kunden hinzu, im vierten Quartal sollen es deutlich mehr werden.

Sky © Sky Deutschland

Der Pay-TV-Sender Sky hat das dritte Quartal des laufenden Jahres erneut mit einem hohen Verlust abgeschlossen. Satte 89,3 Millionen Euro betrug das Minus, das das Münchner Unternehmen am Donnerstag in seinem Quartalsbericht (PDF) ausweisen musste. Immerhin: der Verlust fiel um 27,4 Millionen Euro geringer aus als im dritten Quartal 2009. Und die Kundenzahl? Besser, aber noch nicht gut genug, um bald Gewinne einzufahren.

Hohe Kosten belasten das Ergebnis

Insgesamt konnte Sky zwischen Juli und September 243,2 Millionen Euro an Umsatz verzeichnen, musste aber auch 313,5 Millionen Euro an Kosten stemmen. Davon entfielen allein 165,9 Millionen Euro auf Programminhalte. Während die Vertriebskosten im Jahresvergleich um gut 22 Prozent auf 49,1 Millionen Euro gesenkt werden konnten, stiegen die allgemeinen Verwaltungskosten um fast 39 Prozent auf 25,6 Millionen Euro. Auch für Technik, Hardware und den Kundenservice musste Sky mehr Geld investieren als noch vor einem Jahr. Insgesamt weist die Sky-Bilanz für die ersten neun Monate des laufenden Jahres einen Verlust von 268,2 Millionen Euro aus.

Und so wie es aussieht, wird sich an diesem negativen Ergebnis auch so schnell nichts ändern lassen. Denn auch wenn Sky im dritten Quartal 45.000 Netto-Neukunden verbuchen konnte - in den ersten neun Monaten 2010 waren es insgesamt nur 52.000 -, steht der TV-Sender vor einem Problem: Er braucht circa 3 Millionen Kunden, um in die schwarzen Zahlen zu kommen. Ende September konnte Sky aber nur auf gut 2,52 Millionen Kunden blicken. Im dritten Quartal standen 161.000 neuen Kunden satte 116.000 Kündigungen entgegen.

CI-Plus-Modul kommt

Ein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken? Nicht für Sky-Chef Brian Sullivan. Er meint: "Mit Blick auf das außerordentlich wichtige Weihnachtsgeschäft haben wir noch mehr in Planung und erwarten daher einen Netto-Abonnentenzuwachs, der deutlich über dem des dritten Quartals 2010 liegt. Insgesamt bin ich zuversichtlich, dass sich Sky als das innovativste Unterhaltungsangebot in Deutschland und Österreich etabliert." Geplant ist unter anderem die Einführung eines CI-Plus-Moduls. Diese Technologie erlaubt Abonnenten den Zugang zum Sky-Angebot direkt über den TV-Tuner neuartiger Fernseher. Also ohne zusätzlichen Receiver, weitere Kabel oder eine Fernbedienung. Ein Preis wurde noch nicht verraten.

Punkten konnte Sky in der Vermarktung unter anderem durch hochauflösende TV-Inhalte. Ein HD-Paket wurde zum Stichtag Ende September bereits von 18,2 Prozent aller Sky-Kunden abonniert. Zum Vergleich: Ende des dritten Quartals 2009 waren es nur 9,3 Prozent. Allein im abgeschlossenen Quartal konnten 90.000 neue HD-Kunden gewonnen werden, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Weil sich Sky die HD-Inhalte extra bezahlen lässt, kletterte auch der durchschnittliche Monatsumsatz pro Kunde (ARPU) weiter. Lag er vor einem Jahr noch bei 25,77 Euro, sind es heute schon 29,45 Euro. Das entspricht dem höchsten ARPU in der Unternehmensgeschichte.

(Hayo Lücke)

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