Network Slicing

Sky: 5G könnte neue Art der Fußball-Berichterstattung ermöglichen

Höhere Bandbreiten und garantierte Kapazitäten: Sky will in einem Spiel der 2. Fußball-Bundesliga erproben, ob mittels 5G-Mobilfunk neue Erzählformen im Live-TV möglich sind.

Christoph Liedtke, 14.12.2020, 10:47 Uhr (Quelle: DPA)
Sky 5G-SmartphoneSmartphone-Kameras und schnelles 5G könnten Sportübertragungen verändern.© Sky Deutschland

Der Pay-TV-Sender Sky will eine neue technische Eigenschaft der fünften Mobilfunkgeneration (5G) nutzen, um bei seinen Live-Übertragungen aus der Fußball-Bundesliga neue journalistische Formate auszuprobieren. Die Premiere des Testlaufs soll am kommenden Mittwoch (16.12.) in der 2. Fußball-Bundesliga beim Spiel Fortuna Düsseldorf gegen den VfL Osnabrück stattfinden, teilten Sky Deutschland und Vodafone mit.

Garantierte Kapazitäten im 5G-Netz

"Wir testen zum ersten Mal die Livebild-Übertragung mit der 5G-Technik Network Slicing", erläuterte Vodafone-Technikchef Gerhard Mack. Beim Network Slicing kann der Provider seinen Kunden für einen bestimmten Zeitraum eine garantierte Kapazität im 5G-Netz bereitstellen.

Dies sei mit einer "extrem hohen Zuverlässigkeit" möglich. "Die benötigten Kapazitäten sind sogar verfügbar, wenn zeitgleich wieder 50.000 Fans im Stadion sind und alle in der Halbzeit zum Smartphone greifen, um mit hohen Bandbreiten die Spielstände auf den anderen Plätzen zu prüfen."

Technik für sorgenfreie Produktionen

Sky will die garantierte Bandbreite vor allem nutzen, um zusätzliche mobile Kameras im Stadion einzusetzen, die nicht an ein Glasfaserkabel für die Übertragung der TV-Signale angeschlossen sind. "Mit dem Network Slicing haben wir hoffentlich eine Methode gefunden, mit der wir eine festgelegte Bandbreite zur Verfügung gestellt bekommen", sagte Alessandro Reitano, der bei Sky Deutschland für die Produktion der Sportsendungen verantwortlich ist.

"Wir legen vorab fest, dass wir beispielsweise 100 Megabit pro Sekunde für eine Produktion brauchen. Und mit diesen 100 Mbit/s können wir sorgenfrei produzieren."

Neues Storytelling beim Fußball möglich

Der 5G-Mobilfunk und der Einsatz von Smartphone-Kameras werde aber die klassische Fußballproduktion, so wie sie aktuell Standard ist, nicht überflüssig machen, sondern hervorragend ergänzen, betonte Reitano. "Das bewährte Broadcastmodell wird auch weiterhin Bestand haben."

Sky könne nun aber durch die Positionierung von flexiblen Kameras ganz anders die Nähe zu den Fans suchen. "Wir können vom Spiel damit andere Aufnahmen generieren." Mit einer hohen Verfügbarkeit an Bandbreite könne der Sender durch die erweiterten Kamerapositionen ein neues Storytelling ausprobieren.

Damit ermögliche man den Zuschauern einen noch besseren Blick hinter die Kulissen. "Mit diesem neuen Material werden ganz neue Perspektiven bei der Nutzung im Rahmen der Vor- und Nachberichterstattung möglich und wir können auch unterschiedliche Zielgruppen im Publikum ansprechen."

LTE reichte für eine solche Berichterstattung nicht aus

In der Live-TV-Berichterstattung haben Mobilfunkstrecken bislang nur eine untergeordnete Rolle gespielt, da die Bandbreite von LTE (4G) nicht ausreichte. Außerdem gab es kein technisches Verfahren, bei größeren Menschenansammlungen eine feste Bandbreite für die Live-Übertragung zu garantieren. Auf Großdemonstrationen wie bei dem G20-Gipfel in Hamburg versuchten Reporter, die Live-Verbindungen mithilfe von mobiler Technik aufrecht zu erhalten, die mit mehreren SIM-Karten die Kapazität verschiedener Mobilfunknetze bündelte.

Günstige Internet-Tarife finden
Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang