News

"Silk Road 2.0": FBI nimmt mutmaßlichen Betreiber von Online-Drogenplattform fest

Ein 26-jähriger Programmierer aus San Francisco ist als mutmaßlicher Betreiber der Internet-Drogenplattform "Silk Road 2.0" vom FBI festgenommen worden. Auf der Plattform sollen rund 150.000 Nutzer aktiv gewesen sein.

07.11.2014, 10:26 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© Victoria / Fotolia.com

Die US-Bundespolizeibehörde FBI hat den mutmaßlichen Betreiber einer berüchtigten Internet-Drogenplattform festgenommen. Ein 26-jähriger Programmierer aus San Francisco soll das illegale Online-Drehkreuz betrieben haben. Der Mann sei bereits am Mittwoch in San Francisco verhaftet worden, teilte die Behörde mit.

Umschlagplatz für illegale Dienstleistungen und Drogen

Silk Road 2.0 war ein geheimes Netzwerk, eine Art illegales eBay oder Amazon. Auf der Plattform wurden illegale Dienstleistungen und Drogen umgeschlagen. Neben Ecstasy und Marihuana seien dort laut "San Francisco Chronicle" etwa auch braunes Heroin-Pulver aus Afghanistan oder reines Kokain angeboten worden. Die Bezahlung erfolgte demnach in der digitalen Währung Bitcoin, die anonyme Finanztransaktionen ermöglicht. Der Betreiber habe 4 bis 8 Prozent vom verkauften Warenwert als Kommission eingestrichen. Das habe ihm nach Angaben der Ermittler im Monat rund 400.000 Dollar (320.000 Euro) eingebracht.

Bei der Festnahme fanden die Ermittler bei dem Tatverdächtigen auch 100.000 Dollar in bar. Der 26-Jährige soll auch mit gefälschten Ausweispapieren gehandelt haben.

Rauschgiftfahnder beim LKA in Hessen und beim Zoll verfolgten in Deutschland zusammen mit der Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt die Spuren des illegalen Handels, wie ein Sprecher am Freitag in Wiesbaden sagte. Zum Abschluss der globalen Aktion will das LKA Hessen am kommenden Dienstag auf einer Pressekonferenz weitere Details bekanntgeben.

Silk Road 2.0 soll im Tor-Netzwerk betrieben worden sein

Das Original der Website war im Oktober 2013 von den Behörden geschlossen worden. Nur fünf Wochen später sei dann Silk Road 2.0 ans Netz gegangen. Die Plattform soll im sogenannten Tor-Netzwerk betrieben worden sein, in dem die Verbindungsdaten automatisch anonymisiert werden. Rund 150.000 Nutzer sollen auf der Plattform unterwegs gewesen sein.

Der Festgenommene, der früher bei dem privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX beschäftigt war, wurde wegen Drogenhandels, Computer-Hacking, Geldwäsche und Handels mit gefälschten Ausweisen angeklagt, wie das FBI erklärte. Die Anklagepunkte könnten den Mann über Jahrzehnte hinter Gitter bringen.

(Jörg Schamberg)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang