News

Siemens: Push-to-Talk, der Party-Lotse

16.12.2003, 11:10 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Die brandheiße Info muss schnell weitergegeben werden: Die Party ist nicht mehr im Keller der Winzerstraße, sondern am Rheinufer. Früher hätte man alle einzeln angerufen, was mit erheblichen Kosten und auch Mühen verbunden war. Wer sitzt jetzt in dem Polo? Hat jemand die Nummer? Ach, Mist.
Einmal drücken, viele erreichen
Inzwischen sorgt eine neue Technik dafür, dass derartige Navigationsprobleme einfacher von der Hand, also vom Handy gehen. Wehr- und Zivildienstleistende werden sich an das mächtig wichtige Funkgerät ihrer Vorgesetzten auf Großveranstaltungen erinnern. Das war einfach und effizient, ein Tastendruck und im Idealfall waren alle informiert.
Dank „Push-to-Talk“ geht das jetzt auch mit dem Handy. Was besonders Freunde größerer Party-Delegationen freuen dürfte. Denn die Funktion erlaubt die schnelle Kontaktaufnahme mit einem oder mehreren Handys. Und zwar ohne Klingeln und den damit verbundenen Schockeffekt über die Freisprecheinrichtung.
Frei-Sprech inklusive
Künftige Handys mit „Push-to-Talk“ sollen nämlich allesamt eine Freisprecheinrichtung mitbringen. So sind auch Hindernisse wie ein leise gestellter Klingelton kein Problem mehr, wenn es darum geht, größere Gruppen einheitlich umzuleiten. Der Handy-Nutzer kann sein Gerät chefmässig am Gürtel tragen und sich ganz locker leiten lassen. Auch das ein Fortschritt, das Handy am Ohr ist nämlich im Auto verboten.
Spätestens im Sommer 2004 ist es soweit. Siemens setzt nämlich bereits voll auf die neue Technologie und möchte bis dahin als erster Anbieter weltweit seine gesamte Mobilfunk-Produktpalette entsprechend ausgestattet haben. Die ersten Praxistests laufen bereits und die Ergebnisse sollen sich möglichst bald in kaufbaren Produkten niederschlagen.
Push-to-Talk = Voice-over-IP
Push-to-Talk ist eine Voice-over-IP-Lösung, wie sie bereits häufig innerhalb von Büros für Telefonate eingesetzt wird. Der mobile Faktor ist neu. Und teuer. Denn wie der Name bereits sagt, sorgt eine IP-, also eine Netzwerkverbindung dafür, dass der Kommandant mit seinen Leuten in Kontakt bleibt. Und das erzeugt Datenverkehr im Mobilfunknetz.
Sprachdaten werden bei Voice over IP digitalisiert, komprimiert, zerhackt, durch die Leitung (oder das Mobilfunk-Netz) gejagt und am anderen Ende wieder zusammengesetzt und entpackt, damit normale Töne hörbar sind. Das ist ungefähr so, wie wenn ein Word-Dokument gezippt und per Peer2Peer-Verbindung verschickt wird. Allerdings mit gesprochener Sprache und automatisch, in Echtzeit.
Leider nicht kostenfrei
Auch wenn die Komprimierungsraten für reine Sprache weit höher sein können als für Musikdateien, was bleibt, ist der Traffic. Und mit dem Traffic fallen Kosten an. Der klare Vorteil von „Push-to-Talk“ gegenüber einem Walkie-Talkie ist aber die fehlende Beschränkung auf Funkreichweiten.
Da die Vermittlung wie bei normalen Handy-Gesprächen über das Mobilfunk-Netz geht, kann man seine Gesprächspartner mit Push-to-Talk überall erreichen, selbst wenn sie sich so verfahren haben, dass sie irgendwo zwischen Budapest und Kiew in der Puszta hängen. Sofern sie denn dort Empfang haben.

(Christian Rentrop)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang