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Siemens knackt die 10-Gigabit-Marke

Siemens Network erreicht erstmals Übertragungsraten von zehn Gigabit pro Sekunde. Die Marktreife der neuen POD-Generation ist für 2009 geplant.

21.02.2007, 15:10 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Siemens Network hat das Zeitalter für eine neue Generation von Teilnehmeranschlusstechnik eingeläutet. Einem Forscherteam gelang es nach Angaben von Siemens, eine Datenübertragungsrate von zehn Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) fehlerfrei zu realisieren. Dies entspricht einer Vervierfachung der bisher möglichen Geschwindigkeit.
Verbesserung bei letzter Meile
Der Test wurde erfolgreich über ein passives optisches Zugangsnetz abgewickelt. Fortschritte konnte Siemens auch bei der so genannten letzten Meile verbuchen. Erstmals konnte eine Entfernung von 100 Kilometern zwischen Netzknoten und Teilnehmer überbrückt werden. Bislang war dies nur für einen Umkreis von 20 Kilometern möglich.
DSL-Technik zu schwach
Kürzlich hatte Siemens in einem optischen Kernnetz 107 Gbit/s übertragen. Bisher gilt eine Datenrate von 40 Gbit/s im kommerziellen Betrieb als Grenze. Die derzeit populärste Technik für Breitbandanschlüsse ist DSL (Digital Subscriber Line). DSL nutzt die Kupfertechnik des Telefonnetzes. Die Weiterentwicklung namens VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line) nutzt bereits die optische Übertragungswege und schickt die Daten nur noch auf der letzten Meile über Kupfer. So werden derzeit Datenraten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) erzielt. Diese Techniken werden aber künftigen Anwendungen mit hohen Anforderungen an den Datentransfer nicht mehr gerecht. Dazu zählen HDTV, Video-on-Demand, Videokonferenzen und digitale TV-Übertragungen.
Schnelle GPON-Netze
Heutige Gigabit-PON-Zugangsnetze (GPON) arbeiten mit Datenraten von 2,5 Gbit/s im Downstream und 1,2 Gbit/s im Upstream. Die Zahl der Teilnehmeranschlüsse pro Knoten im Umkreis von 20 Kilometern ist auf 64 beschränkt. Durch das EU-geförderte Innovationsprogramm "Multi Service Access Everywhere" konnte ein Prototyp eines neuen PON-Systems entwickelt werden. Dieses Netz ist in der Lage, zehn Gbit/s im Downstream und 2,5 Gbit/s im Upstream zu übertragen. Neben der erhöhten Reichweite zwischen Knotenpunkt und Teilnehmer auf 100 Kilometer konnte die Zahl der Teilnehmeranschlüsse pro Verteilerknoten auf 512 gesteigert werden. Somit können auch Teilnehmer in dünn besiedelten Regionen kostengünstig an die Knotenpunkte angeschlossen werden.
Siemens hat bei den Forschungen einen optischen Verstärker namens Erbium-doped Fiber Amplifier (EDFA) eingesetzt, um eine hohe Reichweite für eine große Teilnehmerzahl zu ermöglichen. Die mit dem Element Erbium dotierten Glasfasern verstärken das Signal breitbandig und erlauben die Realisierung langer Übertragungsstrecken mit hoher Bandbreite.
Marktreife 2009 geplant
Siemens hat die Technik so entwickelt, dass eine rein optische bi-direktionale Verstärkung möglich wird. Mit nur einem einzigen Gerät werden sowohl die optischen Signale vom Endkunden zur Zentrale als auch die Signale von der Zentrale zum Teilnehmer verstärkt. Christian Unterberger, President Fixed Networks Siemens Networks, ist zuversichtlich, dass bis Ende 2009 die Systeme der nächsten PON-Generation ausgereift sind.

(Stefan Hagedorn)

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