Gravierende Schwachstelle

Sicherheitsupdates für Prozessoren: Das passiert bei älteren Rechnern

Die Updates für CPUs von Intel bremsen ältere Rechner aus. Geräte mit dem Betriebssystem Windows 10 und neueren Prozessoren sind laut Microsoft aber kaum betroffen.

Sicherheitslücke© weerapat1003 / Fotolia.com

Berlin - Nachdem Microsoft Anfang des Monats Sicherheitsupdates als Reaktion auf gravierende Sicherheitslücken in Prozessoren bereitgestellt hat, nennt der Konzern Details zu den erwarteten Leistungseinbußen in den Systemen. In einem Blog-Eintrag schreibt Vizepräsident Terry Myerson, dass vor allem Nutzer von älteren Prozessoren unter Windows 7 und 8 mit Einbußen rechnen müssen.

Deutliche Einbußen

Demnach sind Windows-10-Systeme mit Intel-Prozessoren ab der sechsten Generation (Skylake, Kaby Lake und neuer) nur unwesentlich langsamer - Nutzer würden hier kaum etwas merken. Mit älteren Intel-Prozessoren (fünfte Generation/Haswell) und Windows 10 müssten manche Nutzer teilweise mit Einbußen rechnen. Für die meisten Nutzer von Windows 7 und 8 und älteren Intel-Prozessoren (Haswell und älter) seien die Einbußen deutlich spürbar. Genaue Benchmarks will Microsoft in den nächsten Wochen veröffentlichen.

Experte: "Eine völlig neue Klasse von Angriffen"

Die Bedrohung durch die kürzlich veröffentlichten Sicherheitslücken in Computer-Chips dürften auch mit den nun veröffentlichten Patches nach Einschätzung eines Experten nicht völlig gebannt sein. "Das ist erst der Anfang von dem, was wir mit Seitenkanal-Attacken erleben werden", sagte Thomas Prescher, Software-Architekt bei Cyberus Technology, am Mittwoch der dpa. Mit "Spectre" und "Meltdown" sei "eine völlig neue Klasse von Angriffen" entdeckt worden, die zuvor niemandem aufgefallen war. Prescher, Absolvent der Brandenburgischen Technischen Universität und ehemaliger Intel-Mitarbeiter, gehörte selbst zu dem Team internationaler Forscher, die die Angriffsszenarien entdeckt haben.

Performance vor Sicherheit

Bislang gibt es noch keine Hinweise darauf, dass die Lücken ausgenutzt wurden. Es sei aber nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Attacke dieser Art entdeckt werden wird, sagte Prescher. Bislang hätten die großen Hersteller Intel und AMD weniger die Sicherheit als die Performance im Blick gehabt. Ein komplett neues Chip-Design werde es nicht von heute auf morgen geben. "Das wird noch viele Jahre dauern."

Marcel Petritz / Quelle: DPA

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