Erstellung von Bewegungsprofilen der Opfer

Sicherheitslücken in vernetzten Alarmanlagen erleichterten Einbrüche

Bei einem Test von vernetzten Alarmanlagen sind Redakteure des Computermagazin "c't" auf gefährliche Sicherheitslücken gestoßen, die Einbrüche erleichtern konnten. Per Internet waren solche Alarmanlagen ungeschützt erreichbar.

Jörg Schamberg, 24.06.2016, 09:56 Uhr (Quelle: DPA)
Smart Home© AA+W / Fotolia.com

Hannover - Gefährliche Sicherheitslücken in vernetzten Alarmanlagen haben einem Medienbericht zufolge Spionen und Dieben den Einbruch in Wohnungen und Häuser erleichtert. Redakteure des Computermagazins "c't" sind im Rahmen eines normalen Tests solcher Geräte auf diese Lücken gestoßen. Einbrecher hätten dadurch unter anderem ein detailliertes Bewegungsprofil ihrer potenziellen Opfer erstellen und ungestört auf Raubzug gehen können, schreibt das Magazin in seiner aktuellen Ausgabe (14/2016). Mit Erscheinen des Hefts sollten die entdeckten Schwachstellen jedoch wieder behoben sein.

Benutzeroberfläche per Standard-Login aufrufbar

Ein häufig vorhandener Schwachpunkt war denkbar banal: Die Steuerungsoberfläche im Netz einiger Geräte etwa von Abus, Lupus Electronics oder Climax Technology war mit einem Standard-Login erreichbar. Auch bei der Freigabe im Netz musste dieser nicht zwingend geändert werden - und waren damit einfach zu erraten. "So wird dieser wichtige Schritt von vielen Nutzern schlicht vergessen", erklärte "c't"-Redakteur Sven Hansen. Hinzu komme, dass sich über spezielle Online-Portale wie Shodan solche Geräte wie bei einer Google-Suche einfach auffinden ließen. "Beides zusammen führt schnell zum Alarmanlagen-GAU", sagt Hansen.

Betroffene Hersteller veröffentlichen Sicherheitsupdates

Bei ihren Recherchen fanden Hansen und sein Kollege Ronald Eikenberg Hunderte offen übers Netz erreichbare Anlagen in aller Welt. Es sei ein Leichtes, sie etwa über die IP-Adresse geografisch zu orten. Hinterlegte E-Mail-Adressen oder Handynummern für den Fall eines Alarms habe es potenziellen Einbrechern zusätzlich leicht gemacht. Die Hersteller hätten allesamt "erschrocken" reagiert. Inzwischen hätten die genannten Firmen Änderungen und Sicherheitsupdates herausgegeben.

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