Security

Sicherheitskompass von BSI und Polizei: Zehn Regeln für mehr Sicherheit im Netz

Die Internetkriminalität wächst, viele Internetnutzer schützen ihren Rechner und die persönlichen Daten aber nicht oder nur ungenügend. Mit dem überarbeiteten "Sicherheitskompass" geben BSI und Polizei Hinweise und einfache Regeln zur sicheren Internetnutzung.

30.09.2013, 07:31 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Die Internetkriminalität in Deutschland steigt weiter, im Jahr 2012 wurden bundesweit 229.408 Internet-Straftaten registriert. Die Aufklärungsquote der Cybercrime-Fälle liegt laut Kriminalitätsstatistik lediglich bei rund 30 Prozent. Sorge mache unter anderem die Zunahme von Identitätsdiebstahl, in einem Vierteljahr wurden rund 250.000 Fälle verzeichnet. Doch Internetnutzer können selbst viel zur Sicherheit ihres Rechners und zum Schutz der eigenen Daten beitragen: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder haben gemeinsam den bereits seit zehn Jahren existierenden Sicherheitskompass überarbeitet, neu gestaltet und mit Videotipps ergänzt.

IT-Sicherheit: Nutzer oft zu unbekümmert

Verstärkte Aufklärung und eine verbesserte Beratung zur IT-Sicherheit scheint bei vielen Internetnutzern denn auch dringend erforderlich zu sein. Eine Umfrage im Auftrag des BSI zeigt, dass das Thema Sicherheit im Internet für über 50 Prozent der Befragten nur geringe bis überhaupt keine Relevanz besitze. Fast 60 Prozent der Umfrageteilnehmer surfen zudem mit Administratorenrechten im Internet. Während viele Nutzer zwar ihren PC mit Anti-Viren-Software, einer Firewall und regelmäßigen Sicherheitsupdates schützen, vernachlässigen dagegen 40 Prozent den Schutz von mobilen Geräten wie Smartphone und Tablet.

Die insgesamt zehn einfachen Regeln des Sicherheitskompasses zu den häufigsten Sicherheitsrisiken im Netz sollen bei der sicheren Nutzung des Internets helfen. BSI und Polizei geben unter anderem Hinweise zur Verwendung von sicheren Passwörtern, die mindestens acht Zeichen lang sein und aus Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen bestehen sollten. Wird ein PC beispielsweise in einer Familie oder Wohngemeinschaft mit mehreren Nutzern geteilt, sollten die Rechte der PC-Mitbenutzer eingeschränkt sein, die Mitnutzer sollten nicht mit Administratorrechten arbeiten können.

Zehn einfache Regeln für mehr Sicherheit im Netz

Eine Regel, die im Internetzeitalter eigentlich jeder beherzigen sollte: Die eingesetzte Software sollte immer auf einem aktuellen Stand sein, das gilt insbesondere auch für den verwendeten Internet-Browser. Zugleich sollte auch nicht auf Anti-Viren-Software sowie eine Firewall verzichtet werden. Als gefährliche Kuckuckseier können sich Anhänge in E-Mails oder aber auch Nachrichten in Sozialen Netzwerken erweisen, hier ist besondere Vorsicht angesagt. Es drohen beispielsweise Phishing-Attacken durch E-Mails mit falschem Absender bzw. durch Links auf gefälschte Webseiten. In dem Zusammenhang raten BSI und Polizei auch zur Vorsicht beim Download von Software aus dem Internet. Schnell findet ein Trojaner, Wurm, Virus oder andere Malware den Weg auf den eigenen Rechner.

Mit der Angabe von persönlichen Daten sollten Nutzer im Internet recht sparsam umgehen, gerade auch in Sozialen Netzwerken. Wichtig ist aber auch die Absicherung der WLAN-Verbindung beim drahtlosen Surfen im Netz. Eine Verschlüsselung sollte aktiviert sein, der Router zudem mit einem persönlichen Administratorpasswort vor dem Zugriff Dritter geschützt sein. Der Sicherheitskompass gibt auch Hinweise zu sicherem Online-Banking und Online-Shopping. Schließlich gehört zum Thema IT-Sicherheit auch der Schutz der Hardware gegen Diebstahl und unbefugten Zugriff. Bei mobilen Geräten sollte die Tastatursperre und eine Passwort- oder PIN-Abfrage aktiviert sein.

Der Sicherheitskompass mit allen Regeln, detaillierten Hinweisen und Erklärvideos findet sich online sowohl unter www.polizei-beratung.de/sicherheitskompass oder unter www.bsi-fuer-buerger.de. Der kommende Monat Oktober ist zudem der Europäische Monat der Cyber-Sicherheit, der von der EU ins Leben gerufen wurde. Die Cyber-Sicherheit wird dann besonders in den Fokus gerückt.

(Jörg Schamberg)

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