Digitale Überwachung

Sicherheitsbehörden weiten Handy-Ortung massiv aus

Die Sicherheitsbehörden in Deutschland nehmen immer mehr Handys ins Visier. Im ersten Halbjahr des Jahres wurden mehr als 100.000 stille SMS zur Ortung von Mobiltelefonen verschickt.

Technologie© Sergey Nivens / Fotolia.com

Berlin - Die deutschen Sicherheitsbehörden nehmen immer öfter Handys von Verdächtigen ins Visier. So verschickte der Verfassungsschutz im ersten Halbjahr 2018 etwas mehr als 103.000 sogenannte stille SMS zur Ortung von Handys - fast doppelt so viele wie vor vier Jahren. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor, die dem "Handelsblatt" vorliegt. Ein Jahr zuvor waren es knapp 29.000 solcher auf dem Telefon nicht direkt sichtbarer Nachrichten, meist zur Erstellung eines Bewegungsprofils.

Mehr Funkzellenabfragen.

Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Bundespolizei nutzten dem Bericht zufolge zudem mehr Funkzellenabfragen. Dabei wird eine Liste aller Handys angefordert, die in der Nähe eines Tatorts angeschaltet waren. Laut der Regierungsantwort setzte das BKA in der ersten Jahreshälfte insgesamt 20 solcher Abfragen ein, vier Jahre zuvor waren es drei. Die Bundespolizei machte 64 Mal von dem Fahndungsinstrument Gebrauch und damit auch mehr als vor vier Jahren (unter 50).

BKA-Chef Holger Münch sagte dazu der Zeitung: "Es kann nicht sein, dass das Internet ein rechtsfreier Raum ist. Wir müssen Bürger und Unternehmen schützen."

Marcel Petritz / Quelle: DPA

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