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Sicherheit: Technik mit Iris-, Venen- oder Finger-Scan

Sensible Daten lassen sich nicht nur per Benutzername und Passwort schützen. Auch Technik-Spielereien wie Mäuse mit Venen-Scanner, Navigationssysteme mit Fingerabdruck-Sensor oder USB-Sticks mit Iris-Erkennung halten fremde Finger fern.

13.10.2007, 10:01 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Während bei den neuen Notebook-Modellen, insbesondere im Business-Bereich, sehr häufig Sicherheitsmechanismen wie Fingerabdruck-Scanner zum Einsatz kommen, sind diese bei Desktop-PCs eher selten zu finden.Wer beim Schutz seiner sensiblen Daten trotzdem nicht auf Benutzername und Passwort allein vertrauen möchte, kann sich zusätzliche Hardware anschaffen. Von Mäusen über USB-Sticks und Hand-Scannern bis hin zur USB-Festplatte gibt der Markt einiges her.
Zeig mir deine Venen
Venen-Scanner bilden dabei allerdings die Ausnahme: Fujitsu hat mit seinem PalmSecure PC Login Kit ein Standalone-Geräte und eine Maus herausgebracht, die den Benutzer anhand des Venen-Musters in der Handfläche identifizieren können. Auch per Iris-Scan lassen sich Daten vor fremden Augen schützen: Das koreanische Unternehmen Rehoboth Tech hat dazu einen Scanner in seine USB-Sticks mit Namen Irikon integriert. Wer bei diesem Datenbunker an die gespeicherten Infos möchte, muss zunächst tief in eine Kamera blicken. Die Fehlerquoten sind beim Iris-USB-Stick und beim Venen-Scanner identisch: 0,1 Prozent der Nutzer werden zu Unrecht abgewiesen und 0,000083 Prozent erlangen versehentlich Zugriff, was einer Quote von 1:12.000 entspricht.
Erst Iris, dann Handy
Künftig könnten auch Mobiltelefone dank Iris-Check besser abgesichert werden. Der japanische Hersteller OKI hat eine Middleware entwickelt, die ohne zusätzliche Infrarot-Kamera auskommt. Stattdessen nutzt die Technik die Fotokamera, die bereits im Handy oder PDA integriert ist. Der Scanner soll den Handynutzer dann binnen einer halben Sekunde erkennen, bei einer Fehlerquote von 1:100.000. Ob beziehungsweise wann die ersten Handy-Hersteller ihre Geräte mit dieser Technik ausstatten, ist nicht bekannt.
OKI hat darüber hinaus die "Face Sensing Engine" (FSE) entwickelt, die bereits im Nintendo DS in Japan eingesetzt wird. Die Technik kann Gesichtszüge erkennen, dient beim DS jedoch eher zum Spaß. Das passende Spiel heißt "Face Training" und wird mit einer kleinen einsteckbaren Webcam kombiniert. Die Kamera zeichnet dann das Gesicht des Spielers auf und stellt das Bild auf einem der beiden Bildschirme dar. Das zweite Display zeigt währenddessen spezielle Gesichtsübungen, die den Benutzer vor einem faltigen Gesicht bewahren sollen. So lässt sich sozusagen per Spiegelbild kontrollieren, ob die Übungen richtig ausgeführt werden. Ebenfalls aufs Auge geht auch die Maus von Qritek. Die "Iribio" bringt eine kleine Kamera mit, die den Benutzer innerhalb von zwei Sekunden erkennt. So lässt sich der PC oder das Notebook schnell und einfach zusätzlich absichern. Wem der Iris-Check nicht ausreicht, kann zusätzlich ein Passwort abfragen lassen. Die Maus mit einer Auflösung von 600 DPI verfügt über eine lernfähige Software und aktualisiert die Datensätze bei jedem erneuten Scan. Häufiger als die Augen oder Venen müssen allerdings die Finger herhalten. Wer noch keinen Rechner mit Fingerabdruck-Sensor besitzt, kann einen Scanner nachrüsten. Anstelle des Passworts dient dann der Fingerabdruck als Erkennungsmerkmal.
Mäuse mit Fingerabdruck-Sensor
Diese Sensoren kommen zum Beispiel in USB-Sticks zum Einsatz. Schon ab rund 20 Euro kann so der heimische Rechner mit dem Fingerabdruck gesichert werden. Einige Hersteller kombinieren die Scanner auch mit Eingabegeräten. So bietet Microsoft seinen Fingerprint Reader zum Beispiel nicht nur als einzelnen Scanner für 39,99 Euro, sondern auch in eine Computermaus oder Tastatur integriert an. Auch der Hersteller Iogear hat eine Maus mit eingebautem Sensor im Programm. Für knapp 90 US-Dollar erhält der Kunde dann einen optischen Nager mit mit 800 DPI, der bis zu fünf Fingerabdrücke speichern kann. So eignet sich diese Lösung auch für Familien-PCs.
Festplatte und Navi mit Diebstahlschutz
Darüber hinaus gibt es auch Hardware, die bereits einen eigenen Diebstahlschutz mitbringt. So bietet der Hersteller Sarotech eine externe Festplatte mit Namen "Cutie Bio" an, die mit einem Fingerprint-Sensor ausgerüstet ist. Der schlanke USB-Datenträger fasst je nach Wunsch 40 bis 160 Gigabyte Daten und gewährt nur dem Träger des passendem Abdrucks Zugriff. Genauso verhält es sich mit dem neuen Navigationssystem von Medion, das Ende des Jahres auf den Markt kommt. Das tragbare Gerät GoPal P4425 schützt sich so selbst vor Langfingern. Nebenbei hat es auch die Sicherheit des Fahrers im Blick und lässt sich über eine Sprachsteuerung bedienen. Für die gute Unterhaltung sorgt ein integrierter Multimediaplayer, der MP3-Dateien, Fotos und Videos abspielt.
Wer steht vor der Tür?
Alles noch nicht sicher genug? Dann könnte der Hersteller Biobio aus Taiwan Abhilfe schaffen. Neben verschiedensten Türschlössern mit Fingerabdruck-Sensor und Scannern, die sich an der Autotür anbringen lassen, hat das Unternehmen auch eine biometrische Türklingel mit zusätzlicher Passwortabfrage im Angebot. Beim Klingeln scannt und speichert die Anlage den Fingerabdruck des Besuchers. Gleichzeitig kann sie auch die Stimme und den Namen aufzeichnen und so ihrem Besitzer beim nächsten Besuch verraten, wer gerade vor der Tür steht.

(Saskia Brintrup)

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