Mindestens acht Zeichen

Sichere Passwörter: US-Behörde gibt neue Empfehlungen

Wie sieht ein perfektes Passwort aus? Die US-Behörde NIST hat nun neue Empfehlungen zu sicheren Passwörtern veröffentlicht.

Passwort© pmphoto / Fotolia.com

Gaithersburg/Berlin - Bei der Suche nach einem sicheren Passwort ist Kreativität gefragt. So ungefähr könnte es aussehen: "Bisde hoyer merkeln, hayvan? Ai, guggemol!" Passphrasen wie diese empfiehlt das US-Institut für Standards und Technologie (NIST). Die Behörde legt unter anderem technische Standards für öffentliche Einrichtungen in den USA fest. Wer irgendwo einen Satz abschreibt - zum Beispiel diesen -, könnte jedoch seine Sicherheit im Internet riskieren. Darum gibt das NIST eine Anleitung zum Selbstbasteln.

Optimales Passwort aus mehreren Wörtern

Das optimale Passwort besteht demnach aus mehreren Wörtern, die nicht im Wörterbuch stehen. Einige Sonderzeichen können nicht schaden. Passwörter müssen nach Einschätzung des NIST aber nicht mehr einen Großbuchstaben und zwei verschiedene Sonderzeichen enthalten, wie lange empfohlen wurde. Zwischen den Worten sollten möglichst Leerzeichen stehen, denn diese bereiteten Hackern Kopfzerbrechen. Je länger das Passwort ist, desto besser, empfehlen die Experten.

BSI empfiehlt abweichendes Vorgehen

Ähnliche Ratschläge gibt das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Im Gegensatz zum NIST wird dort allerdings weiterhin betont: "(Das Passwort) sollte aus Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen und Ziffern bestehen."

Auch regelmäßige Aufforderungen zum Passwortwechsel seien überflüssig, meinen die US-Experten. Das Passwort sollte nur geändert werden, wenn ein konkreter Verdacht auf einen Angriff besteht.

Zwei-Faktor-Authentifizierung bietet zusätzliche Sicherheit

Zusätzlich zum Passwort können weitere Sicherheiten zum Beispiel für einen Netzwerkzugang eingebaut werden. Statt leicht zu knackender Sicherheitsfragen sollten Anbieter dabei aber eher auf die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung umsteigen, erläutert das BSI. Bei diesem Verfahren müssen sich Nutzer zusätzlich zur Passworteingabe auf einem zweiten Weg identifizieren. Das kann durch einen Code, der per SMS verschickt wird, oder durch einen TAN-Generator erfolgen.

Auf verschiedenen Seiten im Internet können Nutzer überprüfen, ob von ihnen genutzte Passwörter vielleicht frei im Netz verfügbar sind. Solch Passwörter sollten dann nicht weiter verwendet und geändert werden. Die Tatsache, dass ein Passwort nicht in der Datenbank steht, bedeutet allerdings nicht, dass es sicher ist.

Jörg Schamberg / Quelle: DPA

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