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Shopping-Rausch nach Weihnachten: Geldgeschenke und Gutscheine einlösen

Gutscheine als Weihnachtsgeschenk werden bei den Deutschen immer beliebter: Nach dem Fest setzt der Run auf die Geschäfte ein. Verbraucher profitieren dann von Preissenkungen, denn viele Geschäfte setzen nach Weihnachten den Rotstift an.

25.12.2014, 00:01 Uhr (Quelle: DPA)
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Die Tante schickt 20 Euro für die Parfümerie, Opa legt einen Büchergutschein auf den Gabentisch und vom Nachbarn gibt's eine Geschenkkarte vom Blumenladen. Ob handsigniert und fein gefaltet oder als Plastikkarte: Gutscheine zu Weihnachten werden immer beliebter - und das eigentliche Geschenk damit erst nach dem Fest gekauft.

Deutsche verschenken Gutscheine für rund drei Milliarden Euro

Handel und Paketdienste haben sich darauf eingestellt, dass sie auch rund um den Jahreswechsel viel zu tun haben werden. "Die Tage zwischen den Jahren sind noch einmal ein Highlight für die Händler", heißt es beim Handelsverband Deutschland. Zusätzlich wachsen dürfte der Andrang dadurch, dass nach den Feiertagen die Händler bei Winterkleidung und -sportartikeln den Rotstift ansetzen.

"Gutscheine sind das beliebteste Geschenk", sagt Geschäftsführer Kai Falk vom Handelsverband. Vor dem Fest kauften die Deutschen Gutscheine für rund drei Milliarden Euro, das sind dreieinhalb Prozent des Gesamt-Weihnachtsumsatzes von 85,5 Milliarden Euro.

Durchschnittlich 100 Euro würden auf den Karten vermerkt - und nach dem Fest eingelöst. Dann, wenn auch Geschenke-Flops wie das nicht standesgemäße Handy und die Ringelsocken umgetauscht werden. "Nach dem Fest freut man sich, wieder zu bummeln", umschreibt es der Handelsverband.

Zehn Milliarden Euro werden online für Geschenke ausgegeben

Auch Online-Händler dürften gut zu tun haben, denn ihr Anteil am Weihnachtsgeschäft ist weiter gewachsen. Zehn Milliarden Euro gaben die Deutschen nach Branchenangaben für Geschenke im Internet aus, 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit Abstand die meisten Pakete sind zwar vor den Feiertagen zuzustellen, wie eine DHL-Sprecherin betont. Die Weihnachtsaushilfen hält der Paketdienst der Post aber bis in den Januar hinein.

Vor dem Fest haben die Käufer vor allem zu Unterhaltungselektronik gegriffen: Tablet Computer, internetfähige Handys, Spielekonsolen und Lautsprechersysteme, wie der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien aufzählt. Gefragt waren demnach auch sogenannte Fitnesstracker, mit denen sich etwa der Puls messen oder Schritte zählen lassen.

Warme Kleidung verkauft sich bisher schlecht - Preissenkungen nach Weihnachten

Traditionell liegen auf den Gabentischen viele Spielwaren, gute Geschäfte machten aber auch die Möbelhäuser - nicht, weil jetzt massenhaft Kleiderschränke und Sofas verschenkt würden, sondern weil die Bundesbürger vom Kerzenständer bis zur Tischdecke mehr Festtagsdekoration in Möbelhäusern kaufen. Mäntel, warme Pullover und Schlitten liefen dagegen bisher schlecht - dafür war es zu warm. Selbst mit vorweihnachtlichen Rabattaktionen und ersten "Sale"-Schildern im Schaufenster war für viele Mode- und Sportartikelhändler wenig zu holen.

Weil die Lager voll sind, werden die Preise nach Weihnachten sinken. "Es ist mit ersten Reduzierungen zu rechnen", heißt es beim Handelsverband, der eigentlich auf einen koordinierten Schlussverkauf Ende Januar setzt. Darauf warten viele Ladeninhaber aber nicht mehr. Wenn es dann nach Weihnachten kälter wird, wie einige Meteorologen meinen, könnte mancher Gutschein auch im Modehaus eingelöst werden - sofern ihn der Beschenkte nicht verfallen lässt. Denn drei bis vier Prozent werden laut Gesellschaft für Konsumforschung nie eingelöst. Das ist für den Handel das beste Geschäft.

(Jörg Schamberg)

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