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Sexy Talk mit dem Pöbel-Weihnachtsmann

Wer den Nikolaus persönlich sprechen möchte, kann ihn mittlerweile im Chat antreffen. Doch Vorsicht: In diesen Tagen ist er ist furchtbar schlecht gelaunt.

07.12.2007, 13:07 Uhr
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Traditionell werden Wunschzettel an die Eltern weitergegeben - oder mit einem Stein beschwert auf den Balkon gelegt. In jedem Falle ist die Liste ersehnter Warengüter am nächsten Tag verschwunden. "Wohin", fragt das Kind voller Verwunderung. "Zum Nordpol, beim Weihnachtsmann", so die einstimmige Antwort aller Erzieher. Heute ist das alles anders. Warum umständlich die Spielzeuglisten in Nacht-und-Nebel-Aktionen von der Arktis aus abholen lassen, wenn man den Nikolaus als Buddy auf der Chat-Liste hat? Seine Adresse? Kein Problem: northpole@live.com (er bevorzugt den Microsoft Messenger).
Santa: "Du bist ein dreckiger Bastard!"
Die Idee stammt also von der Softwareschmiede Microsoft, die auch letzte Woche wieder zum großen Adventsplausch mit Santa Claus eingeladen hatte, bei dem Kinder rund um den Erdball auf dem virtuellen Schoß des Weihnachtsmannes Platz nehmen durften. Eine künstliche Lebensform, die Antworten auf praktisch jede Frage gibt. Das ließ sich bisher gut angehen, immerhin hat die digitale "Warst du auch brav?"-Offensive aus Redmond bereits rituellen Charakter. Doch jüngst nahm das Gespräch mit dem Nikolaus eine unappetitliche Wendung, als zwei elf und 13 Jahre alte Mädchen aus England einen Aufklärungsunterricht der anderen Sorte erhielten. Wie das britische Computermagazin "The Register" berichtet, wies der Mann vom Nordpol nach einem belanglosen Austausch über Essgewohnheiten zunächst scheinbare Avancen zum Oralverkehr zurück - um sogleich die beiden Teenager zu beschimpfen. Im Folgenden die weihnachtliche Plauderei im Wortlaut.
El Reg sagt: Pizza (pi)
Santa sagt: Lecker! Was wünscht du dir zu Weihnachten, El Reg?
El Reg sagt: Vielleicht solltest du nicht soviel essen! Du bist ziemlich dick!
Santa sagt: Meine Elfen werden sich darum kümmern. Was wünschst du dir noch?
El Reg sagt: Vielleicht solltest du es nicht essen?
Santa sagt: Bring jemand anderen dazu, es zu essen.
El Reg sagt: Iss es.
Santa sagt: Nein Danke. Ich esse keine Dinge.
El Reg sagt: Iss es.
Santa sagt: Du willst, dass ich was esse?!? Es macht Spaß über oralen Sex zu reden, aber ich möchte über ein anderes Thema chatten.
El Reg sagt: Du dreckiger Bastard!
Santa sagt: Ich denke, du bist ein dreckiger Bastard.
Noch während vier rote Ohren vor einem englischen Bildschirm glühten, erhielt Microsoft die Nachricht über den wunderlichen digitalen Kauz, die selbst geschaffene KI-Kreatur, die pöbelnd durch die Vorweihnachtszeit vagabundiert. Nach Angaben des "Register"-Magazins ließen sich Santa in den folgenden Stunden noch weitere Ausrutscher entlocken, wie der euphorische Ausruf "Wer braucht schon Drogen, wenn man high vom Leben ist!" - nachdem man die simple Erwähnung von "Kuchen" in den Raum gestellt hatte.
Lasst den Mann doch in Ruhe
Zunächst hatten Microsofts Programmierer in elfischer Betriebsamkeit versucht, die "unangemessene Sprache" zu säubern, doch das Plappermaul mit Bommelmütze entpuppte sich als sprachlich unzähmbar, weshalb man dem "automatischen Agenten Santa" nun kurzerhand den Stecker zog. Hin und wieder schaut der Weihnachtsmann nun doch noch im MSN Messenger vorbei – aber Antworten gibt er keine mehr. Wer will ihm seine schlechte Laune bei dem Job verübeln? Man sollte ihn in Ruhe lassen.

(André Vatter)

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