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sex.com: Verkauf der Domain wird verschoben

Die Zwangsversteigerung von sex.com, einer der teuersten Domains der Welt, wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Beim Insolvenzgericht gingen in letzter Minute Klagen über 10 Millionen Dollar gegen den jetzigen Domainbesitzer ein.

19.03.2010, 12:21 Uhr
Browser© Diego Cervo / Fotolia.com

Am Donnerstag stand beim New Yorker Auktionshaus David R. Maltz & Co. eine aufsehenerregende Auktion an: die Zwangsversteigerung von sex.com. Die Domain gilt als eine der weltweit begehrtesten und teuersten Domains, im Jahr 2006 ging die "heiße" Internetadresse angeblich für 14 Millionen US-Dollar an die US-Firma Escom. Quasi in letzter Minute wurde die Versteigerung von sex.com jetzt laut einem Bericht der "WirtschaftsWoche" (WiWo) auf unbestimmte Zeit verschoben.

Klage vor Insolvenzgericht stoppt Auktion

Der Hintergrund: Es geht wieder einmal um viel Geld bei der Domain, um die sich zahlreiche Geschichten ranken. Beim Insolvenzgericht in Kalifornien hatten drei Unternehmen Beschwerden gegen Escom, den derzeitigen Besitzer der Domain, eingereicht und mehr als 10 Millionen Dollar gefordert. An der Spitze der Kläger steht Michael Mann, Gründer eines großen Domainhandels und früherer Investor bei sex.com. Mann schätzt den Wert der Internetadresse laut "WiWo" auf bis zu 25 Millionen Dollar. Bei der Google-Suche nach dem Begriff "sex" finden sich 589 Millionen Treffer, die Webadresse ist also im doppelten Sinne ein Objekt der Begierde. Bislang wurde die Internetseite allerdings nicht optimal genutzt, zeitweise war nur eine kahle Website mit einigen Werbelinks zu sehen.

Aktueller Wert von sex.com ist umstritten

Um den Besitz der Domain hatte es von Beginn an Streitigkeiten gegeben. Nach der Registrierung Mitte der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts durch den Amerikaner Gary Kremen, schnappte der Hochstapler Stephen Cohen sich die Domain nach nur einem Jahr. Ein fünf Jahre dauernder Rechtsstreit entbrannte. Währenddessen soll Cohen angeblich etwa 100 Millionen US-Dollar mit sex.com verdient haben. Doch Gerichte verurteilten ihn zu Schadensersatzzahlungen in Höhe von 65 Millionen Dollar. Von dem Geld soll Kremen, der erste Besitzer der Domain, aber noch nichts erhalten haben. Cohen selbst habe sich nach einem Gefängnisaufenthalt nach Mexiko abgesetzt. Die Domain gelangte schließlich 2006 in den Besitz von Escom und war mit einem Verkaufspreis von 14 Millionen Dollar der zweithöchste Betrag für eine Internetadresse gewesen. Getoppt wurde sex.com nur durch den Verkauf von insure.com, der für 16 Millionen Dollar über die Bühne ging.

Ob ein solcher Kaufpreis heute überhaupt noch erzielt werden kann, ist allerdings umstritten. Das Mindestgebot für sex.com sollte bei der geplanten Auktion bei einer Million US-Dollar liegen. Der selbsternannte 'Domain-König' Rick Schwartz geht von einem realistischen Wert von lediglich fünf bis sechs Millionen Dollar aus. Denn das kommerzielle Geschäft der Pornoindustrie mit der Ware Sex steht im Internet in Konkurrenz zu zahlreichen kostenlosen Angeboten.

(Jörg Schamberg)

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