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SES weitet Beteiligung an Galileo-Betrieb aus

Der Satellitenbetreiber SES beteiligt sich ab sofort noch stärker am Aufbau des europäischen Satelliten-Navigationssystems Galileo. Ein entsprechender Vertrag wurde am Donnerstag in Luxemburg unterzeichnet.

08.03.2013, 17:01 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Der Satellitenbetreiber SES beteiligt sich ab sofort noch stärker am Aufbau des europäischen Satelliten-Navigationssystems Galileo, das künftig als zivile Alternative zum militärisch kontrollierten US-Pendant GPS beziehungsweise russischen GLONASS fungieren soll. Ein entsprechender Vertrag über die Versorgung mit Satelliten-Diensten für das Galileo-Kommunikationsnetzwerk GDDN wurde am Donnerstag in Luxemburg zwischen der SES-Tochter SES TechCom und dem verantwortlichen IT-Dienstleister BT unterzeichnet.

Errichtung und Wartung der Sat-Infrastruktur

SES ist bereits seit 2010 als zentraler Partner bei Orbit-Tests in das Galileo-Projekt involviert. Die aktuelle Vereinbarung beinhaltet die Errichtung, Wartung und Betreuung von Infrastruktur zur Satellitenkommunikation an verschiedenen Bodenstandorten, darunter eine Funkstation in der Antarktis, sowie die Bereitstellung von Satelliten-Kapazitäten. Zu den weiteren Aufgaben von SES TechCom gehört zudem die Überwachung und Kontrolle des GDDN-Satellitennetzwerks zur Unterstützung der deutsch-italienischen Galileo-Betreibergesellschaft Spaceopal.

Als Kernelement des gesamten Galileo-Kommunikationssystems koppelt dieses die beiden Galileo-Kontrollzentren im italienischen Fucino und beim Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum in Oberpfaffenhofen mit einem weltweiten Verbund aus Sensor-, Sende- und Steuerungsstationen. Ebenfalls angeschlossen sind Anlagen zum Testen und Starten von Satelliten, zur Überwachung des Programms sowie Netzwerkeinrichtungen.

Der Live-Betrieb des Galileo-Projekts ist für 2014 vorgesehen – mit rund sechs Jahren Verspätung. Von insgesamt 30 Satelliten sollen dann 18 in einer Höhe von 23.000 Kilometern um die Erde kreisen - die ersten beiden Satelliten sind Ende 2011 gestartet. Auch die Kosten fallen erheblich höher aus als ursprünglich geplant: Statt 3,4 Milliarden müssen für Galileo wohl rund 5 Milliarden Euro investiert werden.

(Christian Wolf)

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