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Sendepause für viele Webradios

Zu einem "National Day of Silcene" haben die amerikanischen Webradios am morgigen Dienstag aufgerufen. Sie wollen gegen drastische Gebührenerhöungen protestieren.

26.06.2007, 08:18 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Die amerikanischen Internetradios haben existenzielle Sorgen. Ein neues Gebührensystem, das am 15. Juli rückwirkend zum 1. Januar vergangenen Jahres eingeführt werden soll, sorgt für deutlich höhere Kosten, die für die Berieselung der Internet-Gemeinde fällig werden. Am heutigen Dienstag legen viele Anbieter aus Protest eine Sendepause ein.
Neue Gebührentabelle
Das alte Gebührensystem, auf das sich die Radiosender und die amerikanische Musikindustrie vor fünf Jahren verständigt hatten, hat nun endgültig ausgedient. Die zu diesem Zweck von der Recording Industry Association of America (RIAA) eingerichtete Organisation "Soundexchange" spült offenbar nicht mehr genug Geld in die Kassen. Zwölf Prozent des Gesamtumsatzes mussten die Online-Radios bislang abführen. Die neue Preisübersicht, die Anfang März verankert wurde, verlangt von den Onlineradios eine Gebühr pro Titel und Hörer.
Betroffen wären auch reguläre Radiosender, die ihr Programm ergänzend über das Internet anbieten. Für einen Song pro Hörer sollen 2006 0,8 US-Cent in Rechnung gestellt werden, dieses Jahr sind es bereits 1,1 Cent. Bis 2010 soll der Betrag auf 1,9 Cent steigen. Großanbieter von mehreren Kanälen soll ein Pauschaltarif angeboten werden, der 500 US-Dollar pro Kanal und Monat beträgt. Das neue Vergütungsmodell schließt nur eine bestimmte Zahl von Stunden ein, die ein Hörer das Programm konsumieren darf. Wird diese Stundenzahl überschritten, wird es noch teurer.
"National Day of Silence"
Das neue Gebührenmodell ist so teuer, dass viele Anbieter nach eigenen Angaben die anfallenden Kosten nicht mehr tragen können. Den "National Day of Silence" wollen die Organisatoren als Protestveranstaltung verstanden wissen. Die Proteste werden sie dabei in unterschiedlicher Form darstellen. Manche Anbieter wollen den Zugriff auf die Streams sperren, andere nur Rauschen ausstrahlen oder mit kurzen Ansagen auf die nationale Protestbewegung hinweisen. In Deutschland hatte es nach Gebührenerhöhungen bei GVL und GEMA ebenfalls einen Sturm der Entrüstung gegeben. Mit mehr als 1.000 registrierten Webradios ist aber hierzulande nach wie vor kein Abflauen zu beobachten.
Zu den zahlreichen Teilnehmern zählen unter anderem Yahoo, Live365 stations, Pandora.com, MTV Online, AccuRadio, Ear.fm, Pure Pop 24/7, Pearadio.com, Wizard Radio, GDRadio.net, LuckySevenRadio.com, NeverEndingWonder Radio, KQLZ (Los Angeles), KFCF (Fresno) und XPR/KXJZ (Sacramento).

(Stefan Hagedorn)

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