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Seitz: Digitalkamera mit 160 Megapixeln vorgestellt

Handy-Kameras reichen inzwischen für Bilder im Schulheft-Format, gute Spiegelreflex-Kameras erreichen Auflösungen bis zu 12 Megapixel. Doch Foto-Profis ist das noch lange nicht genug: Seitz stellte nun eine Digitalkamera mit 160 Megapixeln vor.

25.09.2006, 14:09 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Ist es ein Surfbrett? Eine Parkbank? Ein Tapeziertisch? Nein! Es ist eine Kamera, und zwar eine mit sage und schreibe 160 – in Worten: einhundersechzig – Megapixeln. Das entspricht der etwa zehnfachen Auflösung von rund 16 aktuellen digitalen Spiegelreflex-Kameras. Dabei ist das Megapixel-Monstrum jedoch weder handlich, noch günstig. Kein Wunder, es handelt sich schließlich um Profi-Gerät.
Verantwortlich für die Kamera, die Bilder in einer Auflösung von immerhin 21.250 mal 7.500 Bildpunkten schießt, ist der Schweizer Kamera-Hersteller Seitz. Dieser fertigt bereits seit einiger Zeit Kameras mit enorm hohen Auflösungen, vor allem für den Studio-Einsatz oder die 360°-Fotografie. Die "Seitz 6x17 panorama camera" ist jedoch das erst Modell dieser Art, das für den mobilen Einsatz in Form der Panorama-Fotografie entworfen wurde. Damit lassen sich zum Beispiel Bilder für Reisekataloge oder großflächige Plakatwände schießen.
Kompatibler Megapixel-Gigant
"Mobil" bedeutet in diesem Zusammenhang jedoch nicht, dass sich das Gerät in der Handtasche verstauen lässt, wie Kamera-Hersteller gerne bewerben. Selbst eine durchschnittliche Reisetasche dürfte Schwierigkeiten machen: Mehr als an eine Kamera erinnert das Gerät an ein Bügelbrett mit aufgesetztem Objektiv. Auch das Format ist ähnlich, insofern dürfte der Transport ebenfalls nur Profis vorbehalten sein.
Die Kamera versteht sich mit Großformat-Objektiven aller wichtigen Kamera-Hersteller. Sie besitzt ein separates Bedienteil, das über einen Touchscreen mit einer Auflösung von 640 mal 480 Pixeln verfügt. Dort sollen sich die Bilder "perfekt" betrachten, editieren und kontrollieren lassen.
Mac mini als Speicherkarte
Übrigens: Das Datenaufkommen eines einzelnen Fotos der Seitz 6x17 sprengt jeden Rahmen der Vernunft: 900 Megabyte bringt ein einzelnes, voll aufgelöstes Bild im TIFF-Format auf die Wage, eine Menge, die jede Speicherkarte sprengen würde. Und das nicht nur in Sachen Speicherkapazität, sondern auch in Sachen Geschwindigkeit. Seitz geht deshalb auf Nummer sicher und setzt auf einen kompletten Apple mac mini als Speicherkarte. Dieser ist wahlweise mit Windows, Mac OS X oder Linux aufgesetzt und per Gigabit-Ethernet an die Kamera angebunden. Gigabit Ethernet stellt zurzeit die schnellste erschwingliche Lösung zur Datenübertragung dar.
Wer sich für die Seitz 6x17-Kamera interessiert, sollte schon einmal seine Eigentumswohnung verpfänden: Seitz verlangt für die Kamera in der Mobil-Version rund 29.000 Euro. Dafür gibt es jedoch eines der hochentwickeltsten digitalen Panorama-Systeme der Welt. Die Kamera soll Anfang 2007 auf den Markt kommen.

(Christian Rentrop)

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