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Sedo-Domainstudie 2009: Krise? Welche Krise?

Trotz Wirtschaftskrise erzielten auch 2009 einzelne Domains neue Rekorderlöse. Rekordhalter fly.com wechselte für 1,6 Millionen US-Dollar den Besitzer. In Deutschland genügte bereits ein Verkaufspreis von 160.000 Euro für den Spitzenplatz von flatrate.de.

14.02.2010, 13:01 Uhr
Internetnutzung© adam36 / Fotolia.com

Nur wenige Branchen kamen ohne finanzielle Einbußen durch das vergangene Jahr. Gewinne und Umsatzsteigerungen waren weltweit die absolute Ausnahme. Anders im Domainhandelsgeschäft, das weiterhin blühte. Nach Statistiken der Verkaufsplattform Sedo stieg die Zahl der Domainverkäufe um 4,6 Prozent. Das Handelsvolumen erhöhte sich um 1,6 Millionen auf knapp 55 Millionen Euro. Zum Ende des Jahres sorgte neben den internationalisierten .eu-Domains insbesondere die Einführung ein- und zweistelliger .de-Domains für neuen Schwung: Zwei der Kurzadressen haben es sogar in die Top Five der teuersten Verkäufe deutscher Top Level Domains (TLDs) 2009 geschafft.
Deutscher Spitzenreiter: flatrate.de
So erzielte die Domain pc.de einen Erlös von 158.700 Euro, 1a.de brachte 63.000 Euro und 1.de immerhin noch 56.000 Euro. Den Spitzenplatz der .de-Domains sicherte sich jedoch knapp flatrate.de mit einem Verkaufspreis von 160.000 Euro. Hohe Summen erzielten auch die URLs hardware.de und büromöbel.de, die für 105.910 Euro beziehungsweise 69.000 Euro den Besitzer wechselten. Im Vergleich zu 2008 befinden sind diese Summen allerdings nur im Mittelfeld. Damals erreichte die Domain kredit.de den Rekordbetrag von knapp 900.000 Euro, gefolgt von arbeitsmarkt.de für 200.000 Euro. Im internationalen Bereich hingegen sorgte 2009 für neue Spitzenbeträge. Hier erreichte die Domain fly.com die bislang unerreichte Summe von 1,6 Millionen US-Dollar. Knapp dahinter lagen russia.com mit 1,5 Millionen US-Dollar und call.com mit 1,1 Millionen US-Dollar. Die Verkaufserlöse der zehn teuersten TLDs erreichten zusammen eine Summe von mehr als 7,8 Millionen Dollar (entspricht 5,7 Millionen Euro) – rund 2 Millionen US-Dollar mehr als noch im Vorjahr.
Länder-TLDs: .de verliert an Wert, .fr sehr begehrt
"Trotz schwieriger wirtschaftlicher Lage hat sich der Domainmarkt gut behauptetet", sagte Tim Schumacher, Geschäftsführer der Sedo GmbH. "Erfreulich ist nicht zuletzt die Zunahme bei den Festpreis-Angeboten, die durch Einführung des automatisierten Preisvorschlags-Tools erleichtert worden sind." Bei den Durchschnittspreisen der generischen TLDs (.com, .net, .org, .biz und .info) konnten .com, .org und .biz im Vergleich zu 2008 zulegen. Im Bereich der länderspezifischen Domains zeigte sich .fr sehr begehrt und konnte mit 2.958 Euro den höchsten Durchschnittspreis erzielen. Auch .co.uk mit 2.216 Euro war beliebtes Kaufobjekt. Deutsche .de-Domains hingegen brachten es durchschnittlich lediglich auf 965 Euro. Die österreichische TLD .at wiederum konnte überraschenderweise den größten Preissprung verzeichnen und verbuchte eine Zunahme um 42 Prozent auf 1.541 Euro. Erstmals durch die automatische Kategorisierung erfasst wurden zudem die Themengebiete, aus denen die meisten Verkäufe stammen. Die ersten drei Plätze belegten dabei die Bereiche "Software", "Erwerbstätigkeit" und "Dienstleistungen".
Für 2010 sieht Sedo einen Trend zu kurzen, eingängigen Domainnamen. Im internationalen Bereich prognostizieren die Experten der Handelsplattform weitere Wertsteigerungen bei der TLD .org. Länderspezifische Domains hingegen sollen demnach im Durchschnittspreis etwas sinken.

(Christian Wolf)

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