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Schwindel-Handel: Ex-Polizist verurteilt

Ein ehemaliger französischer Polizist tauschte in Supermärkten teuer ausgezeichnete Weinetiketten gegen preiswerte aus, um die Weine im Internet zu einem teureren Preis wieder zu verkaufen.

28.01.2006, 09:16 Uhr
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Auch Gesetzeshüter nehmen es mit dem geltenden Recht nicht immer genau und driften sogar in den strafbaren Bereich ab. Wegen Schwindels mit hunderten Flaschen Edelweinen ist ein Ex-Polizist in der Bretagne jetzt zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.
Das Strafgericht der westfranzösischen Stadt Saint-Brieuc sprach den 40-Jährigen schuldig, knapp anderthalb Jahre lang teure Weine in Supermärkten mit Strichcode-Etiketten von Billigst-Tropfen ausgestattet und so zu Schleuderpreisen erstanden zu haben, um sie anschließend im Internet zu verkaufen. Auf diese Weise besserte er der Staatsanwaltschaft zufolge sein Gehalt um "tausend bis 1.300 Euro monatlich" auf, bis er im vergangenen Mai festgenommen wurde. Ermittler fanden in seinem Haus rund 2.000 Flaschen Wein.
Dreistes Handeln
Den Angaben zufolge hatte der Mann im Januar 2004 noch als Polizist mit dem Schwindel angefangen. Bis Mai 2005 hatte er mindestens 800 Flaschen durch seine betrügerischen Manipulationen erstanden und online verkauft. In einem Supermarkt in der bretonischen Stadt Lannion etwa schmuggelte er einen ganzen Kasten mit zwölf Flaschen teurer Rotweine - so genannter grands crus - aus dem Bordeaux-Anbaugebiet Pommerol für 16,40 Euro durch die Kasse. Jede einzelne Flasche hätte eigentlich 55 Euro gekostet.
Für seinen Schwindel-Handel erhielt der Ex-Beamte 18 Monate Haft, die zur Bewährung ausgesetzt wurden, dazu muss er 2000 Euro Geldstrafe zahlen. Ein arbeitsloser Komplize, der seinerseits 400 Weinflaschen zu billig erstanden hatte, erhielt zwölf Monate auf Bewährung.

(Hayo Lücke)

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