Verivox-Studie

Schweiz und Österreich: Bessere Mobilfunkversorgung als Deutschland

Mobilfunknutzer in der Schweiz surfen im Schnitt mit 43 Mbit/s, die durchschnittliche Surfgeschwindigkeit deutscher Mobilfunkkunden liegt laut einer Verivox-Studie deutlich darunter. Auch die LTE-Versorgung hinkt hierzulande hinterher.

Jörg Schamberg, 31.03.2020, 10:38 Uhr
SchweizIn der Schweiz werden Datenverbindungen häufiger über LTE realisiert als in Österreich und Deutschland.© vencav / Fotolia.com

Wie gut ist die Mobilfunkversorgung in Deutschland im Vergleich mit der in den Nachbarländern Österreich und der Schweiz? Laut einer aktuellen Studie von Verivox gibt es erhebliche Unterschiede. Am schnellsten mobil surfen könnten die Schweizer, die Bundesbürger sind deutlich langsamer unterwegs.

Schweiz und Österreich schon früher mit besserer LTE-Versorgung

Anfang 2020 haben die Deutsche Telekom (Angebote der Telekom) Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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jeweils eine LTE-Versorgung von gut 98 Prozent erreicht, Telefónica Deutschland (Handytarife von O2) Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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kam auf 84 Prozent. Österreich und die Schweiz waren schon früher weiter: Über 99 Prozent der Haushalte konnten bereits Ende 2019 in den beiden Ländern per LTE versorgt werden. Deutsche Mobilfunknutzer haben zudem seltener LTE-Empfang als Schweizer und Österreicher. Laut den Netzwerkanalysten von Opensignal würden Datenverbindungen in der Schweiz zu 92 Prozent über LTE realisiert, in Österreich liege der Wert bei 88 Prozent. In Deutschland werden solche Verbindungen dagegen nur zu 82 Prozent über LTE aufgebaut, teils werde noch das langsame 3G-Netz genutzt.

Verivox: Langsameres 3G-Netz wird in Deutschland noch häufiger genutzt

"Deutsche Netzbetreiber nutzen trotz des UMTS-Rückbaus die langsameren 3G-Netze noch häufiger als ihre Kollegen in den Nachbarländern", erläutert Verivox-Telekommunikationsexperte Eugen Ensinger. "Das gilt insbesondere in ländlichen Regionen." Der LTE-Empfang hänge von vielen weiteren Faktoren wie dem Standort in der Mobilfunkzelle, der Frequenzbreite und der Auslastung im Netz ab. Die durchschnittlich erreichte Surfgeschwindigkeit liege in der Schweiz bei 43 Mbit/s, Österreich lande mit 29 Mbit/s auf dem zweiten Platz. In Deutschland erreiche die mobile Bandbreite im Schnitt 25 Mbit/s.

Mobilfunklizenzen in Deutschland erheblich teurer als in anderen Ländern Europas

"Nirgendwo in Europa wurden Mobilfunklizenzen so teuer bezahlt wie in Deutschland", sagt Verivox-Experte Ensinger. "Dieses Geld fehlt nun beim Netzausbau." Für die für den neuen Mobilfunkstandard 5G per Auktion gesicherten Frequenzen zahlten die deutschen Mobilfunknetzbetreiber über 6,5 Milliarden Euro. In Österreich kosteten die dortigen 5G-Frequenzen nur 188 Millionen Euro, in der Schweiz waren es 359 Millionen Euro.

Mobilfunkmasten in Deutschland mit höherer Auslastung

HandymastIn Deutschland müssen sich mehr Mobilfunknutzer einen Mobilfunkmast teilen als in der Schweiz und Österreich.© Wolfgang Cibura / Fotolia.com

Berücksichtigt werden muss, dass Deutschland ein Flächenstaat mit einer vergleichsweise hohen Einwohnerzahl ist. Entsprechend sei in der Bundesrepublik die Netzauslastung am höchsten. Auf einen Mobilfunkmast kommen hierzulande 1.141 Einwohner. In Österreich teilen sich dagegen nur 482 Einwohner sowie in der Schweiz 439 Einwohner einen Mobilfunkmast.

"Die Anzahl der Mobilfunkmasten allein erlaubt jedoch noch keinen direkten Rückschluss auf die Versorgungsqualität", sagt Eugen Ensinger. "Die Mobilfunkversorgung erfolgt zum einen nicht nur über Masten, sondern mit mehreren Technologien. Zum anderen können die Masten mit unterschiedlichen Frequenzbändern ausgestattet sein."

Genehmigungsverfahren und Standortsuche verzögern Mobilfunkausbau

In Deutschland könnte der Mobilfunkausbau eigentlich deutlich schneller vorankommen. Viel Zeit werde aber für komplizierte Genehmigungsverfahren und die Suche nach geeigneten Standorten verwendet. Oft dauere der Aufbau einer neuen Mobilfunkanlage zwei Jahre oder länger.

Nach Angaben der Bundesnetzagentur sei die Mehrfachnutzung von Standorten durch mehrere Provider in Deutschland mit rund 80 Prozent am höchsten. "Durch die Standortmitbenutzung können die Provider Synergien schaffen", erklärt Ensinger. "Die gemeinsame Nutzung vorhandener Mobilfunkstandorte spart den Netzbetreibern Zeit und Geld." Ab diesem Jahr wollen Vodafone und die Telekom sich insgesamt 4.000 Standorte teilen, damit die Netzabdeckung in Deutschland schneller verbessert werden kann.

5G-Tarife bereits in allen drei Ländern buchbar

Der Startschuss für den 5G-Ausbau ist in Deutschland erst im vergangenen Jahr erfolgt, das schnelle 5G-Netz ist bislang in einigen großen Städten verfügbar. Entsprechende 5G-Smartphone-Tarife gibt es jedoch bereits bei Netzbetreibern in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die 5G-Optionen seien meist in teuren Premiumtarifen enthalten oder teils kostenpflichtig buchbar. Bei Hutchison Drei Austria und Swisscom beispielsweise werde das Datenvolumen der 5G-Option limitiert.

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