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Schüler erhalten Preis für Notruf-SMS bei Wassersport-Unfällen

Schnellere Hilfe bei Unfällen auf dem Wasser: Drei 14-jährige Ruder-Schüler aus Schlewsig-Holstein haben ein mit dem Jugend-forscht-Preis ausgezeichnetes Notrufsystem entwickelt, das den Trainer per SMS alarmiert.

01.05.2013, 08:01 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Um bei Unfällen auf dem Wasser schneller Hilfe zu erhalten, haben die drei 14-jährigen Schüler Lennart Werner, Yannick Rau und Julia Grasmück ein Notrufsystem entwickelt, das den Trainer per SMS alarmiert. Die jungen Tüftler wurden dafür beim Jugend-forscht-Landeswettbewerb Schleswig-Holstein mit dem Sonderpreis Mobilfunk ausgezeichnet.

GSM-Modul aus dem Elektrofachmarkt

Beim Rudern begleitet der Trainer seine Mannschaft normalerweise mit einem kleinen Motorboot. Ohne fremde Hilfe ist es fast unmöglich, nach einem Kentern das kieloben schwimmende Boot umzudrehen und zurück in den Sitz zu klettern. Das Notrufsystem benachrichtigt den Trainer, falls er außerhalb der Sichtweite ist.

Auf der Trave, einem kurvenreichen Fluss kann es schnell passieren, dass ein Teil der Trainingsgruppe außer Sichtweite kommt. "Da hatte ich schon manchmal ein mulmiges Gefühl, wenn der Trainer gerade bei einem anderen Teil der Gruppe war. Ich fragte mich: Was wäre, wenn ich jetzt kentern würde?", so Lennart Werner.

Eine Alarm-SMS erschien dem Team als praktikabelste und effektivste Lösung – denn ein Handy hat jeder Trainer immer dabei, um bei Unfällen einen Notruf absetzen zu können. Im Elektrofachmarkt fanden die jungen Tüftler ein GSM-Modul, das mit einer SIM-Karte betrieben wird und in der Lage ist, eine SMS zu versenden. Ein Sensor überwacht, ob das Boot kentert.

Kippsensor löst eine Kettenreaktion aus

Die Schüler entschieden sich für einen Kippsensor, der den Alarm bei etwa 120 Grad Neigung auslöst – in diesem Fall kann man von einer Havarie ausgehen. Der Sensor setzt eine Art Kettenreaktion in Gang: Er sorgt dafür, dass die Spannung der 6-Volt-Batterie, die das System mit Strom versorgt, über 5 Volt ansteigt. Das GSM-Modul, das die Batteriespannung kontinuierlich überwacht, löst aufgrund der Spannungsänderung die Alarm-SMS aus. Untergebracht ist das ganze System in einer wasserdichten Verteilerdose, die in den Rumpf des Bootes gestellt wird.

Um das Notrufsystem zu nutzen, müssen alle Boote einer Mannschaft mit GSM-Modulen ausgestattet werden. Der Trainer speichert die einzelnen Rufnummern in seinem Adressbuch, damit er weiß, welches Boot den Alarm sendet. Lennarts Trainer kann sich gut vorstellen, künftig mit diesem System zu arbeiten. "Natürlich könnte man unser Gerät auch bei anderen Wassersportarten einsetzen, beispielsweise beim Segeln", so Lennart.

(Peter Giesecke)

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