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Schon wieder: Trennungsgeld von 1&1

1&1 versucht ein weiteres Mal, Kunden mit viel Traffic rauszukaufen. Diesmal trifft es auch City- und Deutschland-Flat-Kunden.

26.08.2005, 18:08 Uhr
1&1© 1&1

Die United Internet-Tochter 1&1 geht ihren eigenen Weg, Kunden mit zu hohem Traffic-Aufkommen loszuwerden. Keine Einschränkungen, keine Drosselungen, keine Kündigungen. Stattdessen gibt es Trennungsgeld: Dauersurfer erhalten von 1und1 das Angebot, für 100 Euro aus freien Stücken zu gehen.
Klappe, die Dritte
Erstmals rückte diese Methode im März letzten Jahres ins Licht der Öffentlichkeit. Im Juni 2005 wiederholte 1&1 die Aktion und machte Bestandskunden, die noch einen T-DSL-Tarif nutzten, das ominöse Angebot. Jetzt, fast drei Monate später, geht das Geschacher in eine neue Runde: Erstmals werden auch Kunden, die mit einem 1&1 DSL-Anschluss und einer günstigen City- oder Deutschland-Flat surfen, kontaktiert.
Gutes Angebot?
Auf den ersten Blick wirkt das Angebot fair. 100 Euro dafür, sich nach einem neuen Provider umzusehen - klingt gut. Ist aber nicht so einfach: Der DSL-Anschluss muss neu beauftragt, E-Mail-Adressen neu eingerichtet, Domains portiert und vorhandene VoIP-Nummern gegebenenfalls zu einem anderen Provider übermittelt werden. Viel Stress für einen Hunderter. Für den Großteil also doch kein guter Deal. 1&1 sieht das anders. Das Unternehmen wolle nur "eine für beide Seiten gewinnbringende Lösung finden", hieß es aus Montabaur. Dabei stünde es "dem Kreis der Angesprochenen wieder frei, die Prämie von 100 Euro abzulehnen." Das ist wahr. Allerdings berichten Kunden, die das Angebot nicht in Anspruch genommen haben, von Schwierigkeiten.
Angst vor Traffic?
Einige Leser beschwerten sich in der Redaktion, 1&1 habe ihnen den Wechsel auf eine schnellere DSL-Bandbreite verwehrt, nachdem sie das Angebot ausgeschlagen hatten. Die Hotline des Providers habe das mit dem Risiko begründet, die Kunden könnten so noch mehr Traffic verursachen. Hat 1&1 außer den 100 Scheinen also noch andere Methoden auf Lager, unliebsame Kunden loszuwerden?
Nur zum Besten
Nein, heißt es dazu von 1&1. Eine Sprecherin dementiert: "Kunden, die unser Angebot nicht annehmen, können glücklich weiter surfen." 1&1 habe mit der Aktion bisher positive Erfahrungen gemacht, daher jetzt die Wiederholung. "Als wir die im Juni laufende Aktion durchführten, gingen wir tatsächlich davon aus, dass es sich um eine einmalige Optimierung handelt. Aufgrund der positiven Erfahrungen haben wir jetzt beschlossen, die Aktion zu wiederholen und diesmal auch einige Extrem-Nutzer der neuen Tarife einzubeziehen".

(Michael Müller)

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