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Schock und Wut: Boston-Desaster zieht Kreise im Netz

Der Rauch der Explosionen beim Boston Marathon ist noch nicht verzogen, da kursieren auf Twitter, Facebook und Instagram Augenzeugenberichte, Fotos und Videos vom Tatort. Aber nicht nur schockierende Bilder schießen in Windeseile durchs Netz um die Welt: Bewegende Reakionen und Solidaritäts-Aktionen folgen auf dem Fuße.

16.04.2013, 18:48 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com

Tausende treffen sich an einem Festtag in Boston, um friedlich die Sportler beim ältesten aller City-Marathons anzufeuern. Und geraten unversehens in die Katastrophe: Zwei Bomben explodieren, drei Menschen sterben, mindestens 140 Personen werden verletzt, 17 davon schwer. Die Welt hält den Atem an - und fragt: Warum?

Bilder erinnern an den 11.September 2001

Auch wenn die Meldungen von weiteren Sprengsätze aktuellen Medienberichten zufolge dementiert sind: Zwei Bomben reichen, um ein Desaster auszulösen, das in die Sportgeschichte eingehen wird. Fotos und Videos geben den schrecklichen Ereignissen schnell ein menschliches Gesicht. So wie die Aufnahme des 78jährigen Marathonis Bill Iffring: Die Wucht der Explosion auf der Zielgeraden reißt den Läufer von den Füßen.

Die Webserver des "Boston Globe" konnten den Ansturm des Interesses aus aller Welt dann nicht länger bewältigen. Die Journalisten versuchten, ihre Leser über die sozialen Netzwerke zu informieren. Auf Twitter verkündet die Bostoner Polizei, dass zwei Todesopfer zu beklagen sind. Später muss diese Zahl auf drei erhöht werden.


"The Boston Globe" zeigt die Explosion am Rande des Marathons in seinem YouTube Channel.

Spätestens als über Twitter eine weitere Explosion in einer Bibliothek bekannt wird, kommt es auch im Netzwerk zu panikartigen Szenen. Wiederholt sich hier gerade ein breit angelegter Angriff wie beim 11. September? Immer wieder wird dazu aufgerufen, Ruhe zu bewahren. Und als sich herausstellt, dass in der Bibliothek nur im Technikraum ein Feuer ausgebrochen war, beruhigen sich viele Twitter-User wieder.

Drei Stunden nach der Explosion stellte Google einen Suchdienst für die vermissten Personen online. Beim "Person Finder" kann jedermann Informationen zu Teilnehmern oder Besuchern des Laufs eingeben wie den Gesundheitszustand oder den Aufenthaltsort. Mit einer einfachen Suchmaske lassen sich diese Daten dann von besorgten Freunden oder Familienmitgliedern abrufen.

Doch wo viel Schatten ist, ist auch viel Licht. Die Solidarität mit den Betroffenen kommt auch in einer weiteren bewegenden Aktion im Netz zum Ausdruck. Über das öffentlich zugängliche Google-Doc "I have a place to offer" bieten viele Einheimische ihr Zuhause für diejenigen zum Übernachten an, die sich in den kommenden Tagen um einen verletzten Angehörigen oder Freund in Boston kümmern möchten.

(Dorothee Monreal)

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