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Schnellerer Providerwechsel: Neue Schnittstelle für NGA-Netze ist einsatzbereit

Die Branchenverbände VATM und BUGLAS haben die Markteinführung der neuen standardisierten Wholesale-Order-Schnittstelle S/PRI für IP-basierte Netze bekanntgegeben. Ein Providerwechsel sowie die Bereitstellung und Entstörung von Internetzugängen soll künftig automatisch und deutlich schneller erfolgen.

24.02.2013, 13:01 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Ein Wechsel zu einem neuen Internetprovider lässt sich in der Regel mit wenigen Mausklicks beauftragen. Um die schnelle Bereitstellung des Internetzugangs oder eine rasche Entstörung kümmert sich der Anbieter. Doch die Umsetzung dieser Prozesse, bei denen mehrere Netzbetreiber miteinander kooperieren müssen, gestalten sich in der Praxis oft als langwierig und verärgern die Kunden. Abhilfe soll die neue standardisierte Wholesale-Order-Schnittstelle S/PRI (Supplier/Partner Requisition Interface) für NGA-Netze schaffen. Das gaben die Branchenverbände VATM und BUGLAS am Montag in einer gemeinsamen Erklärung zur Markteinführung der neuen Lösung bekannt.

Kundenwechsel automatisiert durchführen

Die Marktreife habe das neue Interface bereits in umfangreichen Systemtests bei dem Münchener Telekommunikationsanbieter M-net sowie der Kölner QSC AG unter Beweis gestellt. Der Vorteil für Provider: Kundeninformationssysteme lassen sich verknüpfen und Kundenwechsel damit schnell und automatisiert durchführen.

"Mit der standardisierten S/PRI-Schnittstelle entfällt nun die Notwendigkeit, dass jeder Carrier seine Order-Schnittstelle aufwendig mit der jedes Partners synchronisieren muss", erläutert M-net Geschäftsführer Jens Prautzsch. Mit dem neu entwickelten System sei auch die Grundlage dafür geschaffen, dass auch andere Carrier ihren Kunden mittels eines Bitstream-Zugangs Breitbanddienste zur Verfügung stellen können.

Geringere Fehleranfälligkeit

QSC-Vorstand Anrold Stender sieht vor allem Vorteile für Verbraucher. "Durch die automatisierte Abwicklung der Prozesse können beispielsweise Entstörungen, Leistungsänderungen oder Providerwechsel deutlich schneller und weniger fehleranfällig abgewickelt werden", erklärt der QSC-Manager.

Im vergangenen Jahr war die neue Schnittstelle unter Führung des Arbeitskreises S/PRI entwickelt worden, dem Vertreter von 1&1, Telekom Deutschland, EWE Tel, M-net, Netcologne, QSC, Telefonica, Vitroconnect und Vodafone angehören. Das NGA-Forum der Bundesnetzagentur hatte den Arbeitskreis bereits 2011 mit der Entwicklung einer Standard-Wholesale-Schnittstelle beauftragt.

(Jörg Schamberg)

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