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Schnellerer Glasfaserausbau: Neues Fräsverfahren beschleunigt Ausbau und spart Kosten

Nur 20 Zentimeter tiefe Schlitze im Bürgersteig werden bei einem neuen Fräsverfahren zur Verlegung von Glasfaserleitungen benötigt. Laut "WirtschaftsWoche" will die Deutsche Glasfaser GmbH das Verfahren anwenden und den Ausbau in Deutschland erheblich beschleunigen. Es sollen sich rund 80 Prozent der Tiefbaukosten sparen lassen.

Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Der Glasfaserausbau in Deutschland kommt eher langsam voran. Insgesamt sind hierzulande erst rund 1,7 Millionen Highspeed-Anschlüsse per Glasfaser verfügbar. Insbesondere die erforderlichen Tiefbauarbeiten kosten Zeit und vor allem viel Geld. Eine neue technische Lösung soll den Glasfaserausbau laut einem Bericht der "WirtschaftsWoche" aber erheblich günstiger machen. In Deutschland will die im nordrhein-westfälischen Borken ansässige Deutsche Glasfaser GmbH, eine Tochtergesellschaft des niederländischen Baukonzerns Reggeborgh, das neue Verfahren einsetzen. Die Geschwindigkeit des Ausbaus könnte sich durch die neue Lösung verdoppeln.

Neues Fräsverfahren reduziert Kosten für Glasfaserausbau

Nach Angaben der "WirtschaftsWoche" sei der Anschluss eines Haushalts an das Glasfasernetz bei Einsatz des neuen Verfahrens für rund 1.000 Euro statt regulär für bis zu 5.000 Euro realisierbar. Tiefe Grabungen zur Verlegung der Glasfaserkabel seien mit den neuen Fräsverfahren nicht mehr erforderlich. Konkret werde nur ein rund 20 Zentimeter tiefer Schlitz im Bürgersteig benötigt.

Der Spareffekt sei enorm: Rund 80 Prozent der Tiefbaukosten sollen sich einsparen lassen. In diesem Jahr wolle die Deutsche Glasfaser GmbH das Ausbautempo verdoppeln und "innerhalb von vier Jahren vervierfachen". Bislang hat das Unternehmen in Deutschland rund 100.000 Haushalte mit Highspeed-Internet versorgt. Auf staatliche Zuschüsse werde dabei verzichtet. Notwendig sei aber die Beteiligung von 40 Prozent der anschließbaren Haushalte in einem Gebiet. Der Bedarf ist nach Ansicht der Deutschen Glasfaser groß: "14 Millionen Haushalte in Deutschland besitzen keinen internetfähigen TV-Kabelanschluss und werden auch von der Deutschen Telekom vernachlässigt", so Geschäftsführer Peter Kamphuis gegenüber der "WirtschaftsWoche".

Schleppende Nachfrage nach Glasfaser in Deutschland

Auch wenn das Angebot an schnellen Glasfaseranschlüssen in Deutschland im internationalen Vergleich noch bescheiden ist, die Nachfrage nach diesen Internetzugängen hinkt hierzulande noch weiter hinterher. Lediglich 385.000 Haushalte surfen per Glasfaseranschluss. Reggefiber, eine Schwestergesellschaft der Deutschen Glasfaser, zeigt, dass es auch anders geht. In den Niederlanden hat das Unternehmen bereits 1,9 Millionen Glasfaseranschlüsse bereitgestellt. Bis zu 450.000 Haushalte seien dort in einem Jahr angeschlossen worden. Auch für Deutschland zeigt sich die Deutsche Glasfaser optimistisch, hier könne ein noch größerer Ausbau gelingen.

(Jörg Schamberg)

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