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Schnell und kostenlos: Bilder online bearbeiten

Adresse eingeben, Bild hoch laden, bearbeiten, speichern - fertig! onlinekosten.de hat vier der populärsten Anbieter für Online-Bildbearbeitung angetestet.

11.12.2007, 10:39 Uhr
Internet© rajareddy / Fotolia.com

Praktisch jedes Handy hat heute eine Kamera integriert, Bilder werden überall und zu jeder Zeit gemacht. Viele der Fotos werden später am Computer nachbearbeitet. Zuhause ist das eigentlich kein Problem, doch wie ist das, wenn man im Internet-Café sitzt, einen Fremdrechner benutzt oder einfach die Kosten einer professionellen Bildbearbeitungssoftware scheut? Mittlerweile hat das Netz auch hierfür Lösungen parat: Es geht um Fotoeditoren, die sich direkt im Browser aufrufen lassen – kostenlos und unkompliziert.
Die Redaktion von onlinekosten.de hat einige dieser Bilderdienste im Internet ausprobiert und präsentiert vier webbasierte Editoren, die sich vor ihren installierten Kollegen keinesfalls zu verstecken brauchen. Adresse eingeben, Bild hoch laden, bearbeiten, speichern, fertig!
Kandidat Nr. 1: Snipshot
Bei Snipshot handelt es sich um keinen Tippfehler. Der Name kommt vom englischen Wort für schneiden ("to snip") und dieser Name ist auch Programm: Trotz eines ansehnlichen Funktionsumfanges präsentiert der Online-Editor eine aufgeräumte Oberfläche, die viel Platz für die Bildarbeit lässt. An der oberen Seite befinden sich die Bedienelemente für Aufgaben wie vergrößern, verkleinern und zurechtschneiden. Per Knopfdruck lassen sich ebenfalls ein genereller Bildverbesserer und das Regler-Board für Feinjustierungen im Bereich Farbe, Kontrast und Sättigung aufrufen. Einziger Wermutstropfen: Snipshot geizt mit Effekten. Um die ganze Bandbreite an Filtern benutzen zu können, ist ein Pro-Konto nötig, das jedoch mit happigen neun US-Dollar pro Monat zu Buche schlägt. Doch auch in der einfachen Ausführung hat Snipshot ausreichend Funktionen zu bieten. Übrigens: Alle Änderungsschritte lassen sich in unbegrenzter Folge rückgängig machen.
Das fertige Ergebnis kann wahlweise als JPG-, GIF-, PSD-, PNG-, TIF- oder sogar PDF-Datei auf der Festplatte gespeichert werden – wer möchte, kann das Bild auch per E-Mail an jede Adresse weiterleiten lassen. Weiter geht es in der Bildbearbeiter-Revue mit Pixenate, einem amerikanischen Online-Editor, der dank kleiner Werbeeinblendungen kostenlos ist. Jeder, der des Englischen oder Spanischen mächtig ist, kann ihn benutzen. Grundlage für die Bildarbeit bildet ein Foto, das entweder von der eigenen Festplatte hochgeladen oder direkt vom Facebook-Fotoalbum importieren wird. Alternativ übernimmt Pixenate nach Eingabe der Adresse auch Bilder, die im Internet zu finden sind.
Kandidat Nr. 2: Pixenate
Das Online-Tool eignet sich vor allem für eine großflächige Bildbearbeitung: Per Knopfdruck lassen sich Kontrast und Farben verändern, die Schärfe erhöhen oder Sepia-Effekte einfügen. Auch eine Rote-Augen-Korrektur ist in der Werkzeugliste vertreten. Zusätzlich wartet Pixenate mit einigen vordefinierten Fun-Effekten auf, wie Schneegestöber, Ölbild-Look, TV-Linien und verschiebbare Sprechblasen. Zu guter Letzt können bei Bedarf die Größe des Bildes verändert oder Ausschnitte ausgewählt werden. Einziger Nachteil: Alle Aktionen, die man im Verlauf der Bearbeitung durchgeführt hat, lassen sich nicht rückgängig machen.
Pixenate speichert bearbeitete Bilder ausschließlich im JPG-Format, wobei ausgewählt werden kann, ob die Datei auf dem heimischen Rechner gesichert oder direkt in das eigene Flicker-Album geladen werden soll. Übrigens: Website-Betreiber haben die Möglichkeit, den Fotoeditor auch auf ihren Seiten zu integrieren. Eine ausführliche Installations-Anleiteung hilft bei der Implementation.
Kandidat Nr. 3: Picnik
Seit einiger Zeit bietet Flickr seinen Nutzern die Alternative, auch online ihre Bilder zu bearbeiten. Möglich macht es eine neu geschlossene Kooperation zwischen der Foto-Community und Picnik, einem webbasierten Tool für Fotoarbeiten. Doch auch außerhalb von Flickr - und sogar ohne Registrierung - lässt sich Picnik nutzen. Der Dienst besteht im Wesentlichen aus zwei Modulen. Unter "Edit" lassen sich die Bilder zurechtschneiden, drehen, vergrößern und farblich aufpolieren. Doch erst hinter der Funktion "Create" versteckt sich das wirkliche Effektfeuerwerk, mit dem Picnik – im Gegensatz zu manchen Konkurrenten - nicht geizt. Hier können per Knopfdruck allerlei Farbvarianten durchspielt sowie saisonale Grafiken, Sprechblasen, geometrische Figuren und Symbole eingefügt werden. Auch auf Textfunktionen müssen die Nutzer nicht verzichten: Farbe, Größe, Ausrichtung Schriftart und sogar die Transparenz lassen sich bequem einstellen.
Dem fertigen Bild lässt sich zum Schluss ganz nach Belieben ein schicker Rahmen verpassen. Die grundlegenden Funktionen bietet Picnik kostenlos an, wer allerdings etwas mehr als zwei US-Dollar im Monat anlegt, kommt in den Genuss der Premium-Mitgliedschaft, in der alle Features frei geschaltet sind.
Bei nexImage handelt es sich um einen abgespeckten Photoshop-Klon, der die wichtigsten Features seines Vorbildes aufweist. Zum Beispiel die Ebenen-Funktion, die es erlaubt, einem Ausgangsbild beliebig viele Folien hinzuzufügen.
Kandidat Nr. 4: nexImage
Auch darüber hinaus bietet nexImage solides Rüstzeug für Bildmonteure: Beschneiden, Skalieren, Drehen und Spiegeln geschieht per Mausklick, durch automatische und manuelle Bildfilter lassen sich zudem verschiedene Effekte auf die Leinwand zaubern. Dank des Vorschaufensters kann dabei auch nichts schiefgehen, und sollte es doch einmal nötig sein, Arbeitsschritte wieder rückgängig zu machen, hilft die Undo-Funktion. Wer häufiger die Dienste des Web-Editors in Anspruch nehmen will, dürfte von den automatisierten Arbeitsabläufen profitieren, die durch frei definierbare Aktionen (Makros) zuvor festgelegt werden können.
NexImage ist in der Lage, bearbeitete Bilder in neun unterschiedlichen Formaten und nach vorgegebener Qualität abzuspeichern: JPG, GIF, PNG, BMP, TIF, PICT, PCX, TGA und PCD.
Zu guter Letzt: Datenschutzbedenken
Man sollte nicht vergessen darauf hinzuweisen, dass bei den genannten Angeboten durchaus Datenschutzbedenken aufkommen können: Immerhin muss der Nutzer für die Bearbeitung seine gespeicherten Dateien zunächst auf den Server des Betreibers hoch laden. Wie lange sie nach getaner Arbeit noch dort liegen werden, weiß niemand.
Pixenate beispielsweise versichert, dass alle hochgeladenen Daten nach einer Stunde gelöscht werden. Bis dahin soll niemand anderes außer dem Nutzer Zugriff darauf haben, es sei denn dieser teilt einem Dritten den Foto-Link mit. Snipshot hat diese Zeitspanne bereits auf 24 Stunden erweitert. Erst dann werden die Dateien endgültig vom Server entfernt. Bei Kandidat drei und vier, Picnik und nexImage, scheint der Bilderverbleib weniger ersichtlich. Picnik versichert zwar in seinen Datenschutzhinweisen, dass einmal hochgeladene Fotos nicht der Öffentlichkeit preisgegeben werden, doch was nach der Sitzung mit ihnen geschieht, bleibt offen. Auch nexImage verliert kein Wort über die Vorgehensweise: Einer diesbezüglichen Anfrage von onlinekosten.de blieb der Betreiber eine Antwort schuldig.

(André Vatter)

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