News

Schnäppchenjäger stürzen Quelle-Website ins Chaos

Unter dem Motto "Alles muss raus!" hatte um 6.00 Uhr morgens der Ausverkauf des Traditionsunternehmens begonnen. "Alleine bis 12.00 Uhr gab es 19.200 Bestellungen", berichtete der Sprecher des Quelle-Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg, Thomas Schulz.

01.11.2009, 15:57 Uhr (Quelle: DPA)
Datenübertragung© envfx / Fotolia.com

Hunderttausende Schnäppchenjäger haben am Sonntag die Internetseite des insolventen Versandhändlers Quelle gestürmt - und damit immer wieder kurzzeitig dessen Homepage www.quelle.de zum Zusammenbruch gebracht. Unter dem Motto "Alles muss raus!" hatte um 6.00 Uhr morgens der Ausverkauf des Traditionsunternehmens begonnen. "Alleine bis 12.00 Uhr gab es 19.200 Bestellungen", berichtete der Sprecher des Quelle-Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg, Thomas Schulz. Mehr als 660.000 Menschen hätten in dieser Zeit die Homepage besucht.
Probleme trotz Nachrüstung
Immer wieder kam es am Sonntag unter dem Massenansturm zu Verzögerungen beim Öffnen der Homepage - und das, obwohl IT-Experten die für den Internet-Verkauf genutzten Computersysteme extra nachgerüstet hatten. "Das hängt insbesondere mit den Bestellvorgängen zusammen", erklärte Schulz. Welche Artikel am ersten Tag der Rabattschlacht besonders begehrt gewesen seien, könne bisher noch nicht gesagt werden, sagte Schulz.
"Deutschlands größter Ausverkauf" ist auf mehrere Wochen angelegt. Rund 18 Millionen Artikel muss Quelle in den kommenden Wochen veräußern, um so die Konkursmasse zu erhöhen. Auf das gesamte Sortiment des Herbst- und Winterkatalogs gibt es nach Angaben des Unternehmens Preisnachlässe zwischen 10 und 30 Prozent. Einen 30-prozentigen Rabatt gibt es auf Damen-, Herren- und Kindermode, Wäsche, Schmuck, Sportkleidung und Schuhe. Möbel und Heimtextilien sind um 20 Prozent, technische Artikel um 10 Prozent reduziert.
Seit Banken eine Finanzierung von Ratenkäufen ablehnen, liefere Quelle allerdings nur noch auf Bestellung mit 14-tägiger Zahlungsfrist. Die Sorge, dass der Ausverkauf wegen Einwänden besorgter Lieferanten ins Stocken geraten könne, sieht der Insolvenzverwalter nicht. Trotz eines in den vergangenen Tagen an die Lieferanten versandten Hinweises, dass sie möglicherweise nicht zu 100 Prozent ihr Geld bekämen, habe bislang kein Lieferant einen sogenannten Eigentumsvorbehalt geltend gemacht, berichtete Schulz.

(Hayo Lücke)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang