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Schmalbandatlas zeigt Breitbandbedarf auf

Betroffene ohne oder mit langsamen Breitbandanschluss können ihren Bedarf nach schnellen Internetzugängen in einen neuen Schmalbandatlas eintragen. Regionale Anbieter sollen mit Angeboten auf die Nachfrage reagieren können.

DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com
Das schnelle Internet per Breitband hat sich auch 2008 noch nicht bis in den hintersten Winkel der Republik verbreitet. Selbst wenn Breitbandanschlüsse vorhanden sind, stehen diese nicht immer in der höchsten Bandbreite zur Verfügung. Ein neuer Breitbandbedarfsatlas soll die Nachfrage nach schnellem Internet aufzeigen.

Nachfrage sichtbar machen

Die seit 2003 bestehende Interessengemeinschaft kein-DSL.de setzt sich für die Schaffung von breitbandigen Internetzugängen auch in ländlichen Regionen Deutschlands ein. Mit dem Start der Internetseite schmalbandatlas.de hat die Initiative nun ein weiteres Informationsangebot zur Forcierung des Breitbandausbaus gestartet. Anlass war, dass der seit 2005 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie online bereitgestellte Breitbandatlas häufig für Betroffene nur unzutreffende oder unzureichende Angaben macht. Bürger ohne schnellen Breitbandanschluss oder mit nur geringen Bandbreiten – wie bei DSL Light – können ihren Wunsch nach schnellem Internet nun in den neuen Atlas eintragen. Grafisch aufbereitet sollen mittelständische Anbieter mit einem Blick schnell die lokale oder regionale Nachfragesituation erfassen können. Je mehr Nachfrager es an einem Ort gibt, desto wahrscheinlicher ist ein zügiger Breitbandausbau.

Datenbank zeigt regionale Anbieter

Derzeit finden sich in dem Atlas noch rund 25.000 Datensätze von Interessenten an DSL-Anschlüssen oder anderen Breitbandzugängen, die auf der Webseite von kein-DSL eingetragen wurden. Diese werden aber in Kürze gelöscht. Die Betreiber von kein-dsl.de werden in den nächsten zwei Wochen eingetragene User benachrichtigen und diese bitten, sich noch einmal neu in den Schmalbandatlas einzutragen. Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Angabe der Postleitzahl alleine zu ungenau sei. Daher können die neuen Einträge erheblich detaillierter vorgenommen werden. Der Schmalbandatlas solle dadurch präzisere Angaben bieten. Auf Kartenmaterial von Google Maps finden Nutzer des Schmalbandatlasses für jeden eingetragenen Ort grafische Markierungen mit der Anzahl von Interessenten an einem Breitbandzugang. Aktuell fehlt allerdings noch eine Verlinkung direkt zu den Anbietern. Bei mehreren vorhandenen Anbietern an einem Ort findet sich nur der Eintrag "Diverse". Auf Anfrage von onlinekosten.de teilten die Macher aber mit, dass an diesen Punkten mit Hochdruck gearbeitet werde. Im Idealfall zeigt der Atlas durch Verknüpfung mit einer Anbieterdatenbank die Angebote kleiner und mittlerer regionaler Anbieter. Diese liefern nicht selten bereits Breitbandlösungen bei nur 20 bis 30 Interessenten. Über den Schmalbandatlas soll so auch die Kontaktaufnahme zum "Anbieter aus der Nachbarschaft" erleichtert werden.

Positive Reaktionen von Nutzern

Erste Reaktionen von Nutzern sind bei den Betreibern von schmaldbandatlas.de bereits eingegangen. "Allgemein sind wir über die große Resonanz im Testlauf und nach der Veröffentlichung erstaunt und erfreut. Viel Lob, Kritik und Verbesserungsvorschläge sind bei uns angekommen und mit in das Projekt eingeflossen", freut sich Oliver Goretzki von Medienprojekte.de, die die Gestaltung des Schmalbandatlasses betreuen. Mittelfristig seien auch noch einige Erweiterungen, wie die Einbindung von Hotspots, geplant.

(Jörg Schamberg)

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