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Schlag gegen Raubkopierer: Anwalt Syndikus in U-Haft

Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com
Der Polizei ist ein Schlag gegen den illegalen Vertrieb von Raubkopien im Internet gelungen. Wie die Staatsanwaltschaft im thüringischen Mühlhausen mitteilte, wurden vier Beschuldigte zwischen 19 und 46 Jahren festgenommen. Ebenfalls wurde die Münchner Kanzlei Gravenreuth & Syndikus, die in der Vergangenheit vor allem durch Abmahnungen auf sich aufmerksam machte, durchsucht. Einer der Anwälte, Bernhard Syndikus, wurde wegen Verdunklungs- und Fluchtgefahr in Gewahrsam genommen. Die Beschuldigten sollen seit Juni 2003 über eine Internetseite an rund 45.000 Abnehmer Raubkopien von Kinofilmen, Musik, Computerspielen und Anwendersoftware vertrieben und dafür insgesamt eine Million Euro kassiert haben.

Bei der Durchsuchung von Wohnungen und Geschäftsräumen in drei Ländern wurde umfangreiches Beweismaterial beschlagnahmt. Durch den illegalen Vertrieb sei ein Schaden im zweistelligen Millionenbereich entstanden. Die von der Industrie getragene Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) sprach vom "weltweit größten Fall" des Verkaufs illegaler Downloads im Internet.

Laut Staatsanwaltschaft konnten sich die Interessenten die Titel aus dem Internet über verschiedene Server im Ausland herunterladen, nachdem sie sich angemeldet und ein Mitglieds-Abo gekauft hatten. Gründer der Internetseite sind demnach zwei 20 und 30 Jahre alte Männer aus Südthüringen.

Ein 19-jähriger Thüringer soll den Internetdienst technisch betreut haben, während ein Rechtsanwalt mit Sitz in München für Rechtliches und Buchhaltung zuständig war. Den Tatverdächtigen werden unter anderem Vergehen gegen das Urhebergesetz vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft will am Freitag bei einer Pressekonferenz in Mühlhausen weitere Details bekannt geben.

(Sven Wagenhöfer)

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