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"Schau Hin" warnt vor zu viel Blutelfen und Trollen

Wissen ist Macht: Das gilt auch für Eltern, die ihre Kinder vor zu viel Computerzocken schützen wollen. Mit der Medien-Kampagne "Spiele entdecken – Sucht vermeiden“ will die Initiative "Schau Hin" Licht in den Spieledschungel bringen.

24.11.2009, 16:05 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Wenn Kinder für Blutelfen, Trolle und Orcs aufs Bolzplatz-Kicken mit den Kumpels verzichten, ist vielleicht schon Gefahr im Verzug. Denn dann spielen sie "World of Warcraft" am Computer. Was Eltern oft nicht wissen: Das Online-Rollenspiel birgt nach Expertenmeinung große Suchtgefahr.
Kampf gegen Unwissenheit
Aufklärung tut Not – das findet auch die Intitiative "Schau Hin". Mit der neuen Kampagne "Spiele gemeinsam entdecken – Sucht vermeiden" will sie Eltern das Dunkel des Computer-Spieledschungels ausleuchten.
Die gemeinsame Initiative des Bundesfamilienministeriums und mehrerer Rundfunkanstalten zieht mit der geballten Medienmacht gegen Spielsucht an Rechner und Konsole zu Felde: Fernsehspots, Podcasts und ein Account bei Facebook sollen informieren und Eltern ermuntern, sich den Trollen und Orcs gemeinsam mit dem Nachwuchs zu stellen. Denn mit Durchblick im Dickicht können sie Gefahren besser einschätzen und ihre Sprösslinge effektiver schützen.
In Flyern, Video- und Audio-Podcasts und Fernsehspots erfahren Eltern, welche Spieleformen es gibt, warum Kinder davon so fasziniert sind und wie sie erkennen können, ob ihr Kind suchtgefährdet ist. Ein virtueller Kurztrip in die virtuelle Spielewelt auf der Schau-Hin-Webseite zeigt, wie man PCs und Konsolen so konfiguriert, dass Kinder nur eine bestimmte Zeit auf geeignete Anwendungen zugreifen können.
Außerdem hat die Initiative ein Facebook-Forum eingerichtet. Dort können sich besorgte Eltern austauschen und mit Medienpädagogen diskutieren. Das Schau-Hin-Team regt mit Themen wie die verschwundenen Daten in Schüler-VZ, die "hundert besten Webseiten für Kids" oder Tipps für Games unter dem Weihnachtsbaum zum Gespräch an.
34.000 Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren gelten in Deutschland bereits als computersüchtig. Das geht aus Untersuchungen des Kriminologischen Instituts Niedersachsen (KFN) hervor. Eltern stehen den digitalen Gefahren wie Spielsucht und Datenschutzfalle Chatroom oft hilflos gegenüber, weil sie keinen Zugang zur virtuellen Welt ihrer Sprösslinge finden. Mit Kampagnen wie "Mehr Geiz mit Daten" und "Spiele entdecken – Sucht vermeiden" will "Schau Hin" dagegen vorgehen.

(Dorothee Monreal)

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