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Schachsoftware deklassiert Großmeister

Neues FPGA-Programm Hydra gewinnt Schachpartie gegen Weltranglistensiebten Adams deutlich.

03.07.2005, 12:46 Uhr
Welt© Julien Eichinger / Fotolia.com

In der letzten Woche hat eine Schachpartie zwischen dem Schach-Großmeister Michael Adams und dem neuen FPGA-Programm (Field Programmable Gate Arrays) Hydra stattgefunden. Bisher konnten sich Schach-Profis noch ganz gut gegen Schachprogramme behaupten, Hydra galt jedoch schon im Vorfeld als äußerst spielstark.
Rechenpower pur
Die Schachsoftware wird auf einem Linux-Cluster aus 64 Rechnern mit je 3 Gigahertz Rechenleistung betrieben und kann 200 Millionen Stellungen pro Sekunde berechnen. Hydras Programmierer Dr. Chrilly Donninger gab jedoch an, dass das Cluster aufgrund vieler Doppelberechnungen nur mit etwa halber Rechenleitung arbeite.
Geldspiel
Für den Weltranglistensiebten Adams ging es in der sechsründigen Partie um viel Geld. Für jede gewonnene Partie versprach der Sponsor 25.000 US-Dollar, für jedes Remis immerhin noch 10.000 US-Dollar Prämie. Maximal hätte Adams bei einem 6:0 Sieg also 150.000 US-Dollar mit nach Hause nehmen können.
Am Ende konnte sich Adams über einen Gewinn von 10.000 US-Dollar freuen, denn Hydra ließ dem Großmeister in keiner einzigen Partie eine wirkliche Chance und deklassierte ihn förmlich. Dabei hat Adams, der unter Profis für seine ausgesprochene Verteidigungsstärke bekannt ist, die verschiedensten Taktiken an. Letztendlich hatte Hydra aber immer eine passende Antwort, was Donninger schon zur Halbzeit (Hydra führte 2,5 zu 0,5) nicht verwunderte: "Das ist keine Überraschung, Hydra hat 3000 Elo, Adams hat 2730. Meine Prognose vor dem Match war ein 4:2 für Hydra, aber jetzt kann Adams froh sein, wenn er überhaupt noch ein Remis schafft." Adams schaffte es nicht mehr.

(Filip Vojtech)

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