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Sat-Internet: Anbieter und Tarife für Internet per Satellit im Überblick

Überall in Deutschland verfügbar ist Internet per Satellit. Wir geben einen Überblick über die führenden Anbieter und die aktuellen Tarife.

21.01.2015, 18:01 Uhr
Satelliten-Internet© numforest / Fotolia.com

Jeden Monat berichtet unsere Redaktion über die aktuellen DSL-Tarifaktionen oder günstige Angebote für Kabel-Internet. Doch was tun, wenn weder DSL noch Kabel an der eigenen Adresse verfügbar sind und es keine Lösung über UMTS bzw. LTE sein soll? Überall in Deutschland lässt sich ein Internetanschluss per Satellit realisieren. Insbesondere in ländlichen Regionen sind damit derzeit Download-Bandbreiten von bis zu 22 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) realisierbar. Wir geben einen Überblick über die aktuellen Tarife der Sat-Internet-Provider, die die Breitband-Sat-Anschlüsse der Satellitennetzbetreiber Eutelsat (tooway) und SES Astra (Astra Connect) bzw. Avanti Broadband Service vermarkten. Auf den ersten Blick ähneln sich die Angebote, doch ein Vergleich lohnt und bietet Sparpotential. Insbesondere die Kosten für Sat-Hardware und Aktivierung unterscheiden sich teils erheblich. Zudem lassen sich weitere Dienste wie VoIP und HDTV optional hinzubuchen.

getinternet: Einstieg ab 19,90 Euro monatlich

Der Trierer Sat-Internet-Anbieter getinternet vermarktet seine Tarife auf Basis der tooway-Plattform von Eutelsat. Kunden können mit Downloadraten von bis zu 22 Mbit/s im Internet surfen. Uploads erfolgen mit bis zu 6 Mbit/s. Alle Tarife werden ohne Vertragslaufzeit angeboten. Außerdem gewährt getinternet eine "Geld-zurück-Garantie".

Zur Wahl stehen sechs Tarife. Der Einstieg mit Surfgeschwindigkeiten von 5 Mbit/s und 2 GB Highspeed-Datenvolumen ist ab 19,90 Euro monatlich möglich. Vier weitere Tarife bieten jeweils die maximale Bandbreite von 22 Mbit/s. Das enthaltene Datenvolumen liegt je nach gewähltem Paket bei 10, 25, 40 oder 100 GB. Lediglich das teuerste Paket "tooway Flat" für 99,90 Euro beinhaltet eine Volumenflat auf Basis einer "Fair Use Policy"-Regelung. Bei Tarifen mit Inklusivvolumen wird die Bandbreite nach Verbrauch des jeweiligen Datenvolumens auf 64 Kbit/s gedrosselt. Bei der Flat wird darauf geachtet, dass Netzkapazitäten nicht "unverhältnismässig beansprucht" werden. Einige Tarife beinhalten die "Nachtoption": Getinternet rechnet den in diesem Zeitraum angefallen Datentraffic nicht auf das Inklusivvolumen an.

Je nach Vertragsvariante - ohne Laufzeit oder mit einer Mindestlaufzeit von 24 Monaten - stellt getinternet für die Sat-Hardware eine einmalige Zuzahlung ab 9,90 Euro (24 Monate) bzw. ab 99 Euro (ohne Laufzeit) in Rechnung. Wie bei dem Großteil der Anbieter fallen Aktivierungskosten an, bei getinternet in Höhe von 39 Euro. Der Versand erfolgt für 12,90 Euro. Wird beliebiges Zubehör mitbestellt, lassen sich aktuell die Versandkosten sparen.

Die Installation kann optional selbst durch den Kunden erfolgen. Alternativ bietet getinternet für 99,95 Euro eine Basismontage (Einrichten der Anlage und Ausrichten der Sat-Antenne). Zum Preis von 165,95 Euro übernimmt ein Techniker auch das Verlegen der erforderlichen Kabel sowie die Installation der Sat-Antenne.

StarDSL: Flat-Tarif drei Monate günstiger

Auch der Hamburger Sat-Internet-Provider StarDSL bietet seine Internetzugänge auf Basis der tooway-Plattform an. Wie getinternet hält StarDSL sechs Sat-Internet-Tarife für Privatkunden bereit. Der Einstiegstarif mit 2 GB Datenvolumen kostet hier ebenfalls 19,90 Euro monatlich, der teuerste Volumentarif mit 100 GB schlägt mit 89,90 Euro zu Buche. Günstiger ist dagegen die Sat-Internet-Flatrate "Tooway Absolute" in den ersten drei Monaten erhältlich: StarDSL berechnet 89,90 Euro statt regulär 99,90 Euro.

Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede bei den einmaligen Kosten. Während beispielsweise getinternet unabhängig von der Laufzeitvariante immer 39 Euro für die Aktivierung berechnet, verlangt StarDSL nur bei Verträgen mit 24 Monaten Laufzeit 39 Euro. Bei Verträgen mit flexibler monatlicher Kündigungsmöglichkeit sind dagegen einmalig 199 Euro zu zahlen.

Für die Sat-Hardware bestehend aus Sat-Schüssel, LNB und Sat-Router bestehen zwei Möglichkeiten: Für einmalig 49 Euro stellt StarDSL die Hardware zur Miete bereit. Wer die Hardware direkt kaufen möchte zahlt einmalig 399 Euro. StarDSL lässt Kunden zudem die Wahl: Die Installation der Sat-Hardware kann auf Wunsch selbst oder aber kostenpflichtig über einen Techniker vorgenommen werden. Die Kosten teilt StarDSL Kunden auf Anfrage mit.

Sat Internet Services: Keine Einmalkosten

Der im niedersächsischen Neustadt am Rübenberge ansässige Anbieter Sat Internet Services ist ein weiterer Sat-Provider, der Internetanschlüsse auf Basis der tooway-Plattform vermarktet. Auf den bei anderen Konkurrenten üblichen Einstiegstarif mit 2 GB Datenvolumen verzichtet das Unternehmen. Somit haben Kunden die Auswahl zwischen vier Volumentarifen mit 10, 25, 40 oder 100 GB Inklusivvolumen sowie der Flatrate "Flat Absolute".

Die Privatkundentarife werden alle ausschließlich flexibel ohne Laufzeit angeboten. Dabei sticht Sat Internet Services auch bei den einmaligen Kosten heraus: Die Sat-Hardware gibt es kostenlos zur Miete (Kauf: 179 Euro). Eine Freischaltgebühr für die Aktivierung fällt nicht an. Der Versand erfolgt zudem ebenfalls kostenfrei.

Das Angebot von Sat Internet Services eignet sich wegen der monatlichen Kündbarkeit und des Wegfalls von Einmalkosten insbesondere auch für Kunden, die Sat-Internet zunächst einmal testen möchten. Die monatlichen Kosten für die einzelnen Tarife liegen auf dem Niveau der anderen Anbieter.

Für die Montage der Sat-Hardware empfiehlt der Provider den Einsatz eines Technikers, die Basismontage kostet 99,95 Euro, die Komfortmontage schlägt mit 165,95 Euro zu Buche. Falls benötigt lassen sich ein Flachdach-/Terrassenständer oder eine Wandhalterung sowie diverses weiteres Zubehör bei der Bestellung hinzubuchen.

Eusanet: "Flexus" mit Tarifautomatik

Der früher unter dem Namen Internetagentur Schott und seiner Marke Satspeed bekannte Anbieter aus dem bayerischen Bischberg ist einer der Sat-Internet-Pioniere in Deutschland. Seit März 2013 firmiert das Unternehmen als Eusanet und hält neben Privatkunden-Tarifen auch Angebote für Unternehmen sowie zur Versorgung ganzer Ortsteile per Sat-Internet bereit.

Privatkunden finden bei Eusanet den Tarif "Flexus", der über eine Tarifautomatik je nach genutztem monatlichen Verbrauch verfügt. Der Einstieg ist bei 24-monatiger Laufzeit ab 18,90 Euro möglich (ohne Laufzeit: 5 Euro Aufpreis pro Monat). Nutzbar sind bis zu 2 GB Inklusivvolumen. Fällt in einem Monat mehr Datenvolumen an, wird dem Kunden automatisch die Kosten für die folgende Tarifstufe in Rechnung gestellt. Bis 10 GB genutztem Datenvolumen werden im entsprechenden Monat dann 29,90 Euro fällig. Wer noch mehr Datenvolumen (ab 10 GB) benötigt, zahlt 54,90 Euro. Beachtet werden sollte, dass ab einem Datenvolumen von 30 GB das Fair-Use-Prinzip gilt: Die Bandbreite kann in diesem Fall bis zum Monatsende auf 384 Kbit/s im Downstream sowie 64 kbit/s im Upstream begrenzt werden. Im folgenden Monat startet die Berechnung wieder von neuem - abhängig vom jeweils genutzten Datenvolumen.

Die Sat-Hardware wird für 399 Euro zum Kauf angeboten oder aber für 5,95 Euro monatliche Miete bereitgestellt. Als Sicherheitsleistung (Kaution) werden in beiden Fällen 59,95 Euro fällig, die nach Vertragsende zurückerstattet werden. Im Tarif "Flexus" ist bereits eine Telefon-Flat per VoIP in das deutsche Festnetz enthalten. Voraussetzung zur Nutzung der Flat ist die Bestellung des ab 69 Euro erhältlichen und für Sat-Internet optimierten Router SAT_SPEED Box III.

skyDSL mit Treuebonus

Auch der Berliner Anbieter skyDSL ist bereits seit langem im Geschäft mit Internetzugängen per Satellit tätig. Die Sat-Internetanschlüsse werden über den Ka-Sat-Satelliten (tooway) von Eutelsat realisiert.

Privatkunden finden bei skyDSL drei "skyDSL2+"-Tarife mit Download-Bandbreiten von 6, 12 bzw. 20 Mbit/s. Das Besondere: Es kommt keine "Fair Use Policy" zum Einsatz. Konkret bedeutet dies, dass skyDSL den Nutzern damit jeweils eine Flat ohne Drosselung bereitstellt. Der Einstieg ist mit skyDSL2+ Flat S ab 29,90 Euro möglich. Als Treuebonus reduziert der Provider nach dem zwölften Monat die monatliche Gebühr in allen drei Tarifen jeweils um 10 Euro monatlich. Die Angebote kommen jeweils ohne Mindestvertragslaufzeit daher. In jedem Tarif ist ein Musikangebot enthalten. Je nach Paket lassen sich monatlich 3 bis 10 MP3-Titel abrufen.

Die Sat-Hardware lässt sich für 9,90 Euro monatlich mieten, einmalig fällt eine Zuzahlung von 39,90 Euro an. Als Kaution wird ein in drei Raten zahlbarer Betrag von knapp 210 Euro erhoben. Alternativ ist auch der Mietkauf möglich: Nach der Zahlung von 99 Euro einmalig sowie 24 Monatsraten von 14,90 Euro geht die Hardware in den Besitz des Kunden über. Bei Sofortkauf der Hardware stellt skyDSL 399 Euro in Rechnung. Ein Montageservice ist optional hinzubuchbar.

Orbitcom: Bis zu 20 Mbit/s über Astra Connect

Der Anbieter Orbitcom setzt statt auf tooway auf die Sat-Breitbandplattform Astra Connect des Satellitennetzbetreibers SES. Die maximale Bandbreite der angebotenen Tarife liegt bei 20 Mbit/s im Download sowie bei 2 Mbit/s für Uploads. Neben fünf monatlich zahlbaren Tarifen hat Orbitcom auch eine Prepaid-Lösung im Angebot. Für einen Nutzungszeitraum von zwölf Monaten zahlen Kunden bei "Astra Connect Prepaid" einmalig 199 Euro vorab (entspricht 16,58 Euro pro Monat). Downloads können in diesem Tarif mit bis zu 6 Mbit/s erfolgen, Uploads sind mit bis zu 1 Mbit/s möglich. Das Inklusivvolumen liegt bei 5 GB. Die Satelliten-Anlage gibt es bei dem Prepaid-Paket nur als Kaufmöglichkeit zum Preis von 249 Euro.

Wer monatlich zahlen möchte kann mit "Astra Connect S" für 24,90 Euro im Monat einsteigen. Geboten werden 10 Mbit/s im Downstream sowie 1 Mbit/s im Upstream, das Inklusivvolumen liegt bei 5 GB. Drei weitere Tarife mit 20 Mbit/s (down) sowie 2 Mbit/s (up) bringen ein Datenvolumen von 15, 25 und 35 GB mit. Die gleichen Surfgeschwindigkeiten ermöglicht auch das Paket "Astra Connect XXL", allerdings enthält es eine Flat ohne Volumenbegrenzung. Auch hier gilt eine Fair-Use-Policy.

Aktuell sind einige der Tarife drei Monate lang um jeweils 10 Euro reduziert. Für "Astra Connect L" mit 25 GB Inklusivvolumen stehen somit beispielsweise im ersten Vierteljahr monatlich nur 34,90 Euro statt regulär 44,90 Euro auf der Rechnung. Um das Inklusivvolumen bei größeren Downloads zu 'schonen', bietet Orbitcom die "Astra Freezone" an. Im Zeitraum zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens erfolgter Datentraffic wird nicht auf das Inklusivvolumen angerechnet.

Die Sat-Hardware ist im günstigsten Fall ("Astra Connect XL", 24 Monate Laufzeit) ab 99 Euro erhältlich. Die Aktivierungsgebühr beträgt sowohl mit als auch ohne Laufzeit jeweils 39 Euro, der Versand schlägt mit 12,90 Euro zu Buche. Wie bei anderen Anbietern auch ermöglicht Orbitcom entweder die Selbstmontage mittels eines Anleitungsvideos oder offeriert die Montage durch einen Techniker (ab 99,95 Euro).

Filiago: Sat-Internet drei Monate testen

Filiago aus dem schleswig-holsteinischen Bad Segeberg wartet derzeit mit drei Sat-Internet-Tarifen und diversen Aktionsvarianten auf. Genutzt wird dabei nicht tooway oder Astra Connect, sondern die Alternativplattform von Avanti Broadband Service. Die regulären Tarife bieten Bandbreiten von 10 bzw. 16 Mbit/s im Download. Nicht gerade üppig: Der Upload ist bei den beiden Flatrate-Tarifen "Sat 10.000 Speed Flat" sowie "Sat 16.000 Speed Flat" auf 1,5 Mbit/s sowie bei "Sat 10.000 Plus" (4 GB Volumen) auf 256 Kbit/s begrenzt. Der Einstieg ist bereits für 19,90 Euro monatlich möglich.

Eine Freezone zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens ermöglicht das Surfen ohne Anrechnung auf das Inklusivvolumen. Die Mindestvertragslaufzeit liegt jeweils bei 24 Monaten. Die Aktivierung für die regulären Tarife schlägt mit knapp 100 Euro zu Buche, die Sat-Hardware selbst lässt sich für 9,95 Euro monatlich mieten oder für 499,95 Euro kaufen.

Neben den Flatrates gibt es beispielsweise den Tarif Sat 10.000 Speed auch als Aktionsangebot ab 10 Euro monatlich und mit 10 GB Inklusivvolumen statt einer Flat. Die Einrichtungsgebühr liegt lediglich bei 49,95 Euro statt 99,95 Euro. Die Laufzeit liegt bei nur zwölf Monaten, verlängert sich aber um weitere zwölf Monate, wenn nicht zuvor gekündigt wurde. Drei Monate lang testen lassen sich auch die Tarife Sat 10.000 Speed (5 GB Volumen) und Sat 16.000 Speed (10 GB Volumen) zum Aktionspreis von 9,99 Euro bzw. 19,99 Euro. Kosten für Hardwaremiete und Einrichtungsgebühr fallen im Testzeitraum nicht an. Die Vertragslaufzeit endet nach drei Monaten, wer das Angebot weiter nutzen möchte kann in einen regulären Speed-Tarif wechseln.

(Jörg Schamberg)

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