Handys

Samsung Wave kurz vor dem Deutschland-Start

Im Laufe der nächsten zwei bis drei Wochen wird das neue Flaggschiff unter den Smartphones in deutschen Mobilfunk-Shops zu haben sein. Verkauft wird das erste Telefon mit dem Betriebssystem Bada und Super-AMOLED-Display von allen vier Netzbetreibern und im Fachhandel. Das wurde am Sonntagabend in Lissabon verraten.

17.05.2010, 08:51 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Ein neues Smartphone schickt sich an, die Herzen vieler Handynutzer zu erobern. Das im Februar auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorgestellte Samsung Wave steht kurz vor der Einführung in Deutschland und wird vielerorts bereits mit Spannung erwartet. In Lissabon haben in diesen Tagen einige ausgewählte Journalisten die Möglichkeit, das Handy schon vor dem offiziellen Vermarktungsstart genauer unter die Lupe zu nehmen. Auch onlinekosten.de ist mit von der Partie und wird das erste Telefon, das mit dem neuen Betriebssystem Bada und einem so genannten Super-AMOLED-Display ausgestattet ist, einigen Tests unterziehen können.

Neue Touchwiz-Oberfläche

Ein erster Blick auf das neue Flaggschiff unter den Samsung-Handys wurde bereits am Sonntagabend gestattet. Dabei wurde schnell deutlich, dass Samsung viel Wert darauf gelegt hat, dass die neue Touchwiz 3.0-Oberfläche eine möglichst optimale Navigation durch das Menü ermöglicht. Sanfte Streichler über den Bildschirm reichen aus, um über die bis zu zehn Startbildschirme zu navigieren. Auf ihnen lassen sich vorinstallierte Widgets und so genannte Samsung Apps ablegen. Diese Applikationen werden über einen eigenen Store vertrieben, der zum Start etwa 40 bis 50 deutschsprachige Apps beinhalten wird. Zum Beispiel von Lufthansa, der Deutschen Bahn, Sport1, dem Nachrichtenmagazin "Spiegel", der Film-Webseite kino.de oder auch von den VZ-Netzwerken. Bis Ende dieses Jahres sollen 150 lokale Applikationen über den App-Store abrufbar sein. International rechnet Samsung bis zum Jahreswechsel mit einer vierstelligen Zahl an Apps, ohne konkretere Zahlen nennen zu wollen. "Für uns steht Qualität vor Quantität", so Marketing-Leiter Mario Winter.

Punkten will Samsung aber auch mit der neuen Display-Technologie Super-AMOLED - und die kann wahrlich überzeugen. Bei einem ersten Test unserer Redaktion machte es nicht nur Spaß, Videos auf dem 3,3 Zoll großen Bildschirm zu betrachten, auch Spiele wie das vorinstallierte Autorennspiel "Asphalt5" sind viel mehr als nur ein kleiner Zeitvertreib. Auch wenn es hier und da mal etwas ruckelt, kann in diesem Fall auch der verbaute Gigahertz-Prozessor seine Energie ausspielen. Hinzu kommt, dass Nutzer des Wave die Möglichkeit haben, die Helligkeit des Displays in zehn Stufen den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Dass bei der Entwicklung zu einem großen Teil auf ein möglichst hochwertiges Display geachtet wurde, hat auch mit Marktforschungsanalysen zu tun. Die haben Samsungs Angaben zufolge ergeben, dass einem großen Teil der Smartphone-Nutzer mehr oder weniger egal ist, welches Betriebssystem auf ihrem Handy läuft – solange es stabil nutzbar ist. Deutlich wichtiger ist vielen Nutzern demnach ein hochwertiger Bildschirm.


Fokus auf Bada, aber kein OS-Ausschluss

Grundsätzlich sei in Deutschland, aber auch in anderen Ländern Europas, zu beobachten, dass der Abverkauf von "normalen" Handys zurückgehe, der Absatz von Smartphones aber deutlich zunehme. "Samsung will diesen Trend natürlich mitgehen", sagt Marketing-Chef Winter. Und auch wenn in diesem Jahr einige neue Handys auf den Markt kommen werden, auf denen das neue Betriebssystem Bada laufe, so bedeute das keinesfalls, dass es künftig keine Samsung-Handys mit anderen Betriebssystemen mehr gebe. Trotzdem werde die größte Marketing-Kampagne im ersten Halbjahr das Wave-Smartphone fokussieren. Samsung will nach eigenen Angaben eine Zielgruppe von rund 25 Millionen potenziellen Käufern adressieren.

Die Auslieferung erster Endgeräte wird bereits im Laufe der nächsten Woche beginnen. Bis die ersten Wave-Handys in den Shops zu haben sein werden, dürften aber noch zwei bis drei Wochen vergehen. Auf das Gerät freuen dürfen sich die Kunden aller vier deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber, denn Samsung verzichtet auf eine Exklusiv-Vermarktung. Auch im Fachhandel wird das Handy angeboten. Ohne Vertrag soll es 429 Euro kosten. Ein TV-Spot, unter anderem auf Basis einer Kooperation mit Pro7, wird die Markteinführung begleiten.

(Hayo Lücke)

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