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Samsung verkauft mehr Smartphones, Apple verdient mehr daran

Samsung verkauft doppelt so viel Smartphones wie Apple, mit dem iPhone wurde aber insgesamt 3,6 mal mehr Gewinn erwirtschaftet als mit den Samsung-Smartphones.

31.10.2014, 13:16 Uhr
Apple© Apple

Das Verhältnis von Samsung und Apple wird gerne als ein Zweikampf inszeniert, dabei könnte das Konzept der beiden Smartphone-Entwickler unterschiedlicher nicht sein. Während Apple allein auf das iPhone setzt - pardon, jetzt sind es schon zwei -, bietet Samsung ein ganzes Portfolio an Smartphones in allen Preissegmenten an. Bislang waren beide erfolgreich damit, doch beim Gewinn pro Gerät klafft eine Lücke: Apple verdient rund das Siebenfache.

iPhones teurer verkauft

Apple verkaufte im dritten Quartal rund 39,3 Millionen iPhones. Der Umsatz damit lag bei 23,68 Milliarden Dollar. Auffällig ist, dass der Umsatz deutlich stärker stieg als der Absatz. Mit anderen Worten: Apple hat seine iPhones teurer verkauft. Der Unternehmensgewinn lag bei knapp 8,47 Milliarden Dollar, der iPhone-Anteil wird auf 5,95 Milliarden Dollar geschätzt.

Samsung hat im dritten Quartal laut Marktforscher IDC 78,1 Millionen Smartphones verkauft, aber weitaus weniger Gewinn mit dieser Sparte erwirtschaftet. Das lag daran, dass vor allem mehr Geräte im mittleren und unteren Preissegment über die Ladentheken gingen.

Siebenfach höherer Gewinn pro Gerät

Die Umsätze von Samsungs Smartphone-Sparte fielen von 33,9 Milliarden Dollar auf 22,3 Milliarden Dollar, die Gewinne von 6,35 Milliarden Dollar auf 1,65 Milliarden Dollar. Das ist ein Rückgang von 73 Prozent.

Im direkten Vergleich der Zahlen zeigt sich, dass Samsung doppelt so viel Smartphones verkauft hat wie Apple, mit dem iPhone aber vermutlich insgesamt 3,6 mal mehr Gewinn erwirtschaftet wurde als mit den Samsung-Smartphones. Auf das einzelne Gerät umgerechnet ergibt dies, dass der Gewinn pro Gerät beim iPhone mehr als siebenfach höher ausfällt. Konkret: Apple verdient pro iPhone rund 150 US-Dollar, Samsung dagegen pro Smartphone nur rund 21 US-Dollar.

Hohe Marketingausgaben

Zwei Gründe haben zu dieser Entwicklung geführt. Erstens sind die Käufer eines iPhones bereit, einen überhöhten Preis zu zahlen. Sie sehen mehr Wert in dem iPhone als die Summe seiner Teile plus einem moderaten Aufschlag.

Samsung musste dagegen immer schon enger kalkulieren. Auch hier stiegen die Absatzzahlen, vor allem aber durch groß angelegte Marketingkampagnen für die Spitzenmodelle. Bislang hat sich das gerechnet, jetzt anscheinend nicht mehr. Im gerade beendeten dritten Quartal verzeichnete Samsung erneut einen Gewinneinbruch. Obwohl Samsung immer noch Marktführer ist und Gewinne erwirtschaftet, wird sich das Unternehmen umorientieren müssen.

(Peter Giesecke)

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