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Samsung prüft Verschmelzung von Bada und Tizen

Wie sieht die Zukunft von Samsungs mobilem Betriebssystem Bada aus? Ein Samsung-Manager sprach auf der CES laut "Forbes" bereits von weit fortgeschrittenen Plänen für eine Integration von Bada in das Open Source System Tizen. Doch Samsung rudert nun zurück: Eine finale Entscheidung sei noch nicht gefallen.

18.01.2012, 11:31 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Der südkoreanische Elektronikhersteller Samsung hat sich dank Googles Handy-Betriebssystem Android zum weltgrößten Smartphone-Hersteller aufgeschwungen. Der Konzern betreibt alleine vier mobile Betriebssysteme, darunter auch Bada. Die Zukunft von Bada war bislang unklar. Im vergangenen Jahr wurde spekuliert, dass Samsungs Bada bald Open Source werden könnte. Konkreter zu Bada äußerte sich der führende Samsung-Manager Kang Tae-jin gegenüber dem US-Magazin "Forbes" auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas. Demnach soll Bada mit dem maßgeblich von Intel entwickelten Open Source Smartphone-Betriebssystem Tizen kombiniert werden. Doch nach ersten Meldungen über diese Pläne rudert Samsung nun ein Stück weit zurück.

Integration von Bada in Tizen

Laut Samsung-Manager Kang seien die Planungen für das Verschmelzen von Bada und Tizen bereits gestartet. Er wisse aber nicht, wann die Arbeiten dafür beendet sein werden. Tizen soll nach der Integration von Bada auch mobile Anwendungen unterstützen, die mit Badas SDK geschrieben wurden. Zudem soll Tizen auch abwärtskompatibel zu älteren Bada-Apps werden. Beide Betriebssysteme basieren auf Linux, so dass es grundsätzliche Gemeinsamkeiten zwischen den Systemen gebe.

Durch den geplanten Schritt könnte Samsung sich von der Abhängigkeit von Google lösen und mehr Kontrolle über die eigenen Smartphones erhalten. Die Kombination von Bada und Tizen benötige jedoch Zeit. In diesem Jahr könnte Tizen laut Kang den Weg auf ein oder zwei Smartphones finden. Tizen werde aber in absehbarer Zukunft nicht die wichtigste Smartphone-Plattform für Samsung werden. Bada, dessen weltweiter Marktanteil bei rund zwei Prozent liegt, soll auch zukünftig weiterbestehen und beispielsweise in einfacheren Smartphones zum Einsatz kommen.

Samsung: Verschmelzung von Bada und Tizen nur eine Option

Gegenüber dem US-Blog "AllThingsD" machte Samsung aktuell aber klar, dass weder das Unternehmen noch andere Mitglieder der Tizen-Community bislang eine finale Entscheidung zur Integration von Bada in Tizen getroffen hätten. Die Verschmelzung der beiden Systeme werde aber als Option betrachtet.

(Jörg Schamberg)

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