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Sag mir, wo du bist: Wohl und Wehe der Handy-Ortung

Handy-Ortung kann Smartphones wiederfinden und Leben retten. Aber allzu oft schnüffelt das Handy uns nach, wenn wir es nicht wissen und wollen. Aber mit etwas Geschick kann man den schlimmsten Tracking-Fallen entgehen.

17.08.2013, 16:01 Uhr (Quelle: DPA)
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Typisch Urlaub: Eben saß man noch entspannt im Café und ließ die Gedanken schweifen. Eine halbe Stunde drauf fährt einem der Schreck in die Glieder: Das Handy ist weg! Guter Rat teuer? Nicht unbedingt, denn im Unterschied zu Computern lassen sich Handys relativ gut lokalisieren und dem Besitzer zuordnen. Möglich machen es Seriennummern, GPS und diverse Apps, die onlinekosten.de kürzlich testete. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten: Smartphones verraten oft mehr, als manchem Nutzer lieb ist. Und das kann unangenehme Überraschungen geben.

Mit GPS oft schnell geortet

Einfache Handy-Modelle ohne GPS lassen sich über den Provider eingrenzen (GSM-Ortung). Denn auch, wenn der Nutzer gerade nicht telefoniert, sucht das aktive Gerät automatisch den nächstgelegenen Sendemast. Denn ein Handy befindet sich immer in einer bestimmten Funkzelle.

Manchmal ist diese Methode recht genau, oft aber vage: Der Aufenthaltsort des Gerätes lässt sich meist auf mehrere hundert Meter, manchmal aber auch deutlich genauer bestimmen, so die Deutsche Telekom auf ihrer Internetseite. Wie exakt, das hängt von der Dichte der Masten ab. In Großstädten ist sie höher als auf dem Land, wo einzelne Masten oft einen Umkreis von mehreren Quadratkilometern abdecken.

Genauer geht's über Ortungs-Dienst wie den Android Device Managerund satellitengestützte Systeme wie GPS (Global Positioning System) oder Galileo. Damit lässt sich das Handy auf wenige Meter genau orten. Nachteil: Ist das Handy ausgeschaltet oder befindet sich der Nutzer im Funkschatten eines Gebäudes, hat der Satellit verloren und das Handy bleibt verborgen.

GPS ist nicht nur dazu an Bord. um das Handy im Verlustfall zu finden: Viele Anwendungen auf dem Gerät senden Daten an den Provider, darunter auch GPS-Koordinaten. Beim Verlust des Handys oder wenn der Besitzer in Not ist, kann das nützlich sein. Es hat aber auch Nachteile. Denn gleichzeitig erfährt der Provider viel über die Gewohnheiten seiner Kunden. Zum Beispiel, ob er häufig in wohlhabenden Gegenden verkehrt oder lieber im Rotlichtviertel unterwegs ist.

Es gibt also für manche Nutzer gute Gründe, auf die GPS-Ortung zu verzichten. Das geht bei Google unter Standort und Sicherheit (Android 2.2), beim iPhone über Einstellungen/Ortungsdienste. Der Preis: Viele praktische Ortungs-Apps wie Navigationssoftware funktionieren dann nicht mehr.

Facebook meldet Standort oft ungefragt

Ortungs-Fallen lauern auch in sozialen Netzwerken. So meldet Facebook den Standort des Nutzers, sobald dieser etwas an seiner Pinnwand postet. Vor allem per App geschieht das ungewollt, denn die Standortfunktion ist als Voreinstellung aktiviert. Wer hier auf Nummer Sicher gehen will, sollte die Standortbestimmung über die Facebook-Internetseite ganz ausschalten.

"Warum sollte ich das tun", mag sich mancher Nutzer fragen, "ich habe ja nichts zu verbergen". Viele Ehepartner sehen das anders: Ist das Misstrauen einmal gesät, wächst die Versuchung, den Liebsten mal per Smartphone zu verfolgen, um herauszufinden, ob er fremdgeht. Aber Vorsicht: Eine heimliche Handy-Ortung ist strafbar und verstößt gegen Datenschutzrichtlinien. Der "Verfolgte" muss zuvor dem Tracking-Dienst zustimmen, beispielsweise per SMS.

Und diese Zustimmung muss authentisch sein: Wer heimlich ein Handy entwendet und diese Zustimmung sendet, kann ebenfalls bestraft werden, betont die Telekom. Mit einer Ausnahme: Das ist "dein Freund und Helfer". Die Polizei darf Handys auch ohne Zustimmung des Besitzers orten.

(Dorothee Monreal)

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