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Russland verschärft Internetkontrolle: Surfen in öffentlichen Netzen nur noch mit Ausweis

Das anonyme Surfen in Internetcafés und anderen öffentlichen Netzen ist in Russland laut einem Bericht des "Focus" künftig nicht mehr möglich. Die russische Regierung verlangt nun eine Registrierung mit den Ausweisdaten.

08.08.2014, 17:31 Uhr
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Der russische Präsident Wladimir Putin hat russischen Internetsurfern in den vergangenen Monaten mit immer drastischeren Schritten die Nutzung des weltweiten Netzes erschwert. Im Frühjahr wurden kremlkritische Webseiten gesperrt, ein Gesetz soll Internetblogs einschränken. Mitte Mai drohte der Vizechef der russischen Kommunikationsbehörde Roskomnadsor mit einer Sperre von Twitter und Facebook. Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew hatte sich damals erstaunt gezeigt über die Sperrandrohung und den Beamten der Behörde empfohlen, manchmal ihren Grips einzuschalten.

Ausweiskontrolle vor dem Surfen im Internetcafé

Dennoch soll Medwedew laut einem Bericht des "Focus" jetzt eine Anordnung unterschrieben haben, die die Nutzung von öffentlichen Internetzugängen nur noch nach einer vorherigen namentlichen Registrierung per Ausweis erlaubt.

Der Korrespondent des Nachrichtenmagazins beruft sich auf die russische Zeitung "Iswestija". Dort heißt es, dass Russen künftig in Internetcafés, in der Metro und anderen öffentlichen Orten nicht mehr anonym ins Internet gehen könnten. Die Internetanbieter müssten sowohl das jeweils verwendete Gerät als auch den Nutzer identifizieren. Anonyme Kritik aus dem Netz an der politischen Lage in Russland wird auf diesem Wege weiter eingeschränkt. Genau dieses dürfte angesichts der derzeitigen Krise in der Ukraine das Ziel des Kreml sein.

(Jörg Schamberg)

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