Fernsehen

Rundfunkbeitrag: Mehr als 8 Milliarden Euro für ARD, ZDF und Co

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat rund knapp 200 Millionen Euro weniger eingenommen. Im Vergleich zur Gesamtsumme ist das immer noch Kleingeld. Im letzten Jahr haben die staatlichen Sender 8,1 Milliarden Euro an Gebührengelder erhalten.

Marcel Petritz, 19.06.2016, 00:01 Uhr (Quelle: DPA)
GEZ© Denis Junker / Fotolia.com

Berlin - Der öffentlich-rechtliche Rundfunk finanziert sich hauptsächlich über den Rundfunkbeitrag, der monatlich 17,50 Euro pro Wohnung beträgt. Für Firmen, Verbände und Institutionen richtet sich die Abgabe nach der Anzahl der Niederlassungen, Beschäftigten und Dienstwagen. Im vergangenen Jahr lagen die erzielten Einnahmen bei 8,1 Milliarden Euro.

193 Millionen Euro weniger

Das sind - auch wegen einer Beitragssenkung im April 2015 um 48 Cent - 193 Millionen Euro weniger als 2014. Die Höhe des Rundfunkbeitrags wird von der unabhängigen Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) vorgeschlagen und von den Länderparlamenten per Gesetz festgelegt.

Der Rundfunkbeitrag, der seit 2013 für ARD, ZDF und Deutschlandradio pro Wohnung oder Betriebsstätte fällig ist, hat die Rundfunkgebühr abgelöst. Sie hatte sich nach der Zahl und Art der Geräte gerichtet. Hintergrund der Finanzierungsreform war die technische Entwicklung. Im Zeitalter des Internets können Fernseh- und Radiosendungen auch über Computer oder Smartphones verfolgt werden.

Über 8 Milliarden Euro Einnahmen nach der Reform

Im Jahr 2012 - dem letzten Jahr vor der Reform des Modells - beliefen sich die Beitragszahlungen auf etwa 7,5 Milliarden Euro. Nach der Umstellung waren die Einnahmen im Jahr 2014 auf 8,3 Milliarden Euro gewachsen. Das liegt zu einem großen Teil daran, dass nach einem Datenabgleich diejenigen Beitragspflichtigen angemeldet wurden, die noch nicht gezahlt hatten.

Die Rundfunkgebühr wurde bereits in den 1920er Jahren eingeführt. Für das Einziehen ist seit 2013 der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio zuständig. Er verwaltet knapp 45 Millionen Beitragskonten. Der Beitragsservice ist Nachfolger der Gebühreneinzugszentrale (GEZ).

Über die Höhe der Rundfunkgebühr für den Zeitraum von 2017 bis 2021 entscheiden die Ministerpräsidenten der Bundesländer erst im Herbst 2016, nachdem sie bei ihrer Sitzung Mitte Juni keine Einigung erzielt und das Thema verschoben hatten.

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