Fernsehpiraterie-Studie 2018

Rund 1,9 Millionen Nutzer illegaler TV-Streams in Deutschland

Lineare TV-Angebote vom Krimi bis zur Fußball-Liveübertragung quer durch alle Sender schauen laut einer aktuellen Studie zur "Fernsehpiraterie" per illegalem Stream fast zwei Millionen Menschen hierzulande. Ein Vierteil hält ihr Verhalten für "vollkommen in Ordnung". Der entstandene Schaden soll jährlich bei rund einer halben Milliarde Euro liegen.

Jörg Schamberg, 24.08.2018, 18:27 Uhr (Quelle: DPA)
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Berlin - Fernsehpiraterie ist in Deutschland keine Ausnahme. Gemeint ist das illegale Nutzen von TV-Angeboten zum Beispiel über nicht offizielle Quellen aus dem Internet. Das gilt sowohl für Bezahlfernsehen als auch für öffentlich-rechtliche oder private, werbefinanzierte Sender - und vom Krimi bis zur Fußball-Liveübertragung. Einer aktuellen Studie zufolge nutzen 1,9 Millionen Menschen in Deutschland illegale lineare TV-Streams, wie der Verband Privater Medien (Vaunet) am Freitag mitteilte, der die Studie in Auftrag gegeben hatte.

"Fernsehpiraten" haben meist kein schlechtes Gewissen

Demnach ist die große Mehrzahl der Nutzer (81 Prozent) männlich. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) greift mindestens ein Mal in der Woche auf solche illegalen TV-Angebote zurück. Die meisten haben dabei kein schlechtes Gewissen: Nur 15 Prozent sehen ihr Verhalten als illegal an, 47 Prozent empfinden es als rechtliche Grauzone, 25 Prozent sind der Ansicht, es sei "vollkommen in Ordnung". Goldmedia beziffert den direkten Schaden in Deutschland durch diese Form der illegalen Fernsehnutzung auf 430 Millionen Euro jährlich und geht von weiteren 100 Millionen Euro an entgangenen Steuern und Sozialabgaben pro Jahr aus.

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