Bewegung bei Politikern

Rückt ein Verkauf der Telekom-Anteile des Bundes näher?

Der Erlös eines möglichen Verkaufs der Telekom-Anteile des Bundes könnte in den Glasfaserausbau fließen. Laut Branchenverband BREKO fordern immer mehr Politiker einen Verkauf. Auch aus der CDU kommt nun diese Forderung.

Telekom ZentraleDer Bund hält inklusive KfW-Anteilen fast ein Drittel der Telekom-Anteile.© Deutsche Telekom AG

Berlin – Kann sich die Politik in der kommenden Legislaturperiode doch auf einen Verkauf der Telekom-Anteile des Bundes verständigen? Dieser liegt derzeit inklusive des KfW-Anteils immerhin bei 31,9 Prozent. Der Verkaufserlös könnte in den weiteren Breitbandausbau fließen. Entsprechende Forderungen kamen bereits von den Grünen und der FDP. Der Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) verweist nun darauf, dass sich jetzt auch der CDU-Wirtschaftsexperte Carsten Linnemann für einen vollständigen Verkauf der Telekom-Anteile des Bundes ausspreche.

Mehr als 10 Milliarden Euro durch Verkauf der Telekomaktien des Bundes?

"Mit einer klugen Verkaufsstrategie kann der Bund für die Telekomaktien weit mehr als 10 Milliarden Euro erlösen. Dieses Geld brauchen wir dringend für den Glasfaserausbau. Es sollte auch ausschließlich dafür verwendet werden", so Linnemann gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Woche". Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Telekom auf der einen Seite versuche, bessere Angebote der Konkurrenz zu verhindern. Auf der anderen Seite wolle der Bonner Konzern aber vorhandene Infrastruktur nutzen und staatliche Unterstützung erhalten. Das sei jedoch laut Linnemann nicht im Interesse von Wirtschaft und Staat.

BREKO sieht Rolle des Staates bei der Telekom als problematisch an

Die aktuellen Aussagen von Linnemann werden vom BREKO begrüßt, da der Verband schon seit langem den staatlichen Rückzug aus dem ehemaligen Monopolisten fordere. Nach Ansicht des Verbandes gebe es einen problematischen Interessenkonflikt, da der Bund sowohl den Rahmen für den Wettbewerb erstelle als auch gleichzeitig Mehrheitsaktionär sei.

BREKO: Fördermittel für Glasfaseranschlüsse auf dem Land verwenden

"Mit den erzielbaren Erlösen aus einem Verkauf der Telekom-Anteile des Bundes lassen sich schnelle Glasfaseranschlüsse auch in ländlichen Gebieten in großer Anzahl realisieren", erklärt BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers. Vor allem in besonders ländlichen Gebieten sollten Fördermittel für reine Glasfaseranschlüsse gezielt eingesetzt werden.

Jörg Schamberg

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