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Rückblick 2009 - Mobiles Internet wird erschwinglich

Die vergangenen zwölf Monate haben vor allem eines gezeigt: das mobile Internet ist zu einem Massenphänomen geworden. Günstige Preise und schnelle Übertragungsraten haben dazu beigetragen.

28.12.2009, 08:31 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Kann sich eigentlich noch irgendjemand vorstellen, das Internet unterwegs nicht nutzen zu können? Was waren das noch für Zeiten, als mobile Datentarife Unsummen kosteten und Ängste durchaus berechtigt waren, bei einer Internetverbindung über ein Mobilfunknetz hohe Summen bezahlen zu müssen. Das ist - zum Glück - in der Regel vorbei. Das mobile Internet ist bezahlbar geworden und sorgt damit nicht nur für glückliche Gesichter bei den Nutzern, sondern auch bei den Mobilfunk-Anbietern: mit UMTS, HSDPA und Co. wird ordentlich Geld verdient.
Aus kompliziert wurde einfach
Lange mussten sich potenzielle Kunden nicht nur mit teuren, sondern auch undurchsichtigen Tarifen herumschlagen. Es war üblich, dass ein Datentarif zuzüglich einer Datenoption zu buchen war. So richtig verstanden haben das nur die Wenigsten und kaum einer wusste, was er am Ende des Monats konkret zu zahlen hatte. Heute, Ende 2009, sind einfache Monatspauschalen, so genannte Flatrates, an der Tagesordnung. Und die sind meist nicht teurer als ein klassischer DSL-Anschluss.
Insbesondere das mobile Surfen über das o2-Netz hat in den zurückliegenden Monaten dank einer kräftigen Finanzspritze der Konzernmutter Telefónica deutlich an Qualität und Stabilität gewonnen. In praktisch allen Ballungsgebieten und Großstädten kann das Münchner Unternehmen inzwischen UMTS und HSDPA mit bis zu 3,6 Megabit pro Sekunde anbieten. Abseits dieser Regionen wird immer häufiger auf EDGE vertraut. Am Heimatsitz in München wurde zuletzt sogar HSPA+ mit Downstream-Raten von bis zu 28 Mbit/s gestartet. Weitere Städte könnten nach einer erfolgreichen Testphase folgen.
Die Preise fallen
Und die Kosten? Durch zahlreiche neue UMTS-Marken wurde das Preisgefüge in den zurückliegenden Monaten ordentlich durcheinander gewirbelt. Wurden in den Netzen von T-Mobile und Vodafone Anfang des Jahres noch durchschnittlich 30 bis 35 Euro im Monat fällig, liegen die Kosten heute zum Teil bei knapp 20 Euro - zumindest während der ersten 6, 12 oder 24 Monate. Doch Vorsicht: zum Ende der Mindestvertragslaufzeit öffnet sich häufig eine böse Falltür. Sie lässt die monatlichen Kosten auf bis zu 35 Euro im Monat ansteigen. Doch nicht immer geht es mit Tücken im Kleingedruckten zu. Bei einer Bestellung unter www.o2online.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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beispielsweise werden für die Daten-Flatrate monatlich rund 21 Euro fällig. Und das während der gesamten Vertragslaufzeit und auf Wunsch sogar auf Prepaid-Basis. Die notwendige Hardware gibt es in Form eines UMTS-fähigen USB-Sticks für 1 Euro bei Abschluss eines Vertrages und für knapp 30 Euro bei Buchung der Prepaid-Flatrate.
Überall wird gedrosselt
Eines hat sich aber auch im Jahr 2009 nicht geändert: wer besonders viel surft, wird ausgebremst. Alle vier deutschen Netzbetreiber bieten zwar Flatrates ohne Datenlimit an, doch wer binnen eines Abrechnungszeitraums mehr als fünf Gigabyte an Datenvolumen verursacht, wird kompromisslos vom UMTS- bzw. HSDPA-Turbo auf langsames GPRS-Niveau herunter gedrosselt. Selbst EDGE ist dann vorübergehend nicht mehr nutzbar.
Doch müssen es immer Flatrates sein? Nicht jeder möchte rund um die Uhr über sein Notebook online gehen. Anbieter wie die Fernsehsender N24 oder ProSieben beziehungsweise auch BildMobil sind in den letzten Monaten dazu übergegangen, Wenignutzer mit speziellen Minuten- und Stundentarifen zu bedienen. Sieben Tage mobiles Internet kosten zum Beispiel bei N24 9,99 Euro, eine Stunde bei ProSieben 77 Cent, und 30 Minuten bei BildMobil 59 Cent. Zum Vergleich: eine Tages-Flatrate bei Fonic ist für 2,50 Euro zu haben.
Prognose: Mobiles Internet auf dem Handy wird noch günstiger
Und was wird 2010 bringen? An weiter fallenden Preisen besteht in der Branche kaum ein Zweifel. Allerdings nicht in erster Linie bei den Tarifen für die mobile Internet-Nutzung auf dem Notebook, sondern für das Surfen über das Handy-Display. Wohin die Reise geht, haben zuletzt unter anderem die Betreiber der VZ-Netzwerke gezeigt. Für 2,99 Euro monatlich soll es bei allen vier deutschen Netzbetreibern möglich werden, ohne weitere Kosten die VZ-Portale zu nutzen. Ähnlich das neueste Angebot von blau.de: ein 100-Megabyte-Paket wird für 3,90 Euro angeboten.
Und ganz davon abgesehen: 2010 wird auch das Thema Long Term Evolution (LTE) eine gewichtige Rolle spielen. Mit der neuen Technik wird das mobile Surfen noch schneller - und für die Netzbetreiber kostengünstiger.

(Hayo Lücke)

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