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RSF: Yahoo verrät Journalisten

Ein 37-jähriger wurde mit Hilfe von Yahoo verhaftet und wegen "Verrats von Staatsgeheimnissen" zu mehrjähriger Haft verurteilt.

07.09.2005, 10:06 Uhr
Internet© Victoria / Fotolia.com

Das US-Internetportal Yahoo hat nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) die chinesische Regierung mit Informationen versorgt, die zur Inhaftierung eines oppositionellen Journalisten führten.
Die Hongkonger Filiale des Unternehmens habe der Staatssicherheit geholfen, den Journalisten Shi Tao zu identifizieren, der anschließend zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde, teilte RSF heute mit. Der 37-Jährige war wegen des "Verrats von Staatsgeheimnissen" verurteilt worden, weil er eine Anordnung der Regierung ins Internet gestellt hatte, die jedes Gedenken zum 15. Jahrestag des Tiananmen-Massakers von 1989 verbot. Yahoo Hongkong soll den chinesischen Ermittlern unter anderem durch die Weitergabe von IP-Adressen geholfen haben, auf die Spur von Shi zu kommen.
Yahoo zeigt sich zurückhaltend
Yahoo Hongkong teilte zunächst lediglich mit, die Angelegenheit werde überprüft. Yahoo steht zusammen mit anderen Internet-Giganten wie Microsoft und Google seit langem in der Kritik, sich aus Geschäftsinteresse dem chinesischen Druck zu beugen und sensible Informationen in Suchmaschinen und Internetseiten zu zensieren. Die drei Portale kämpfen um den rasant wachsenden Markt in China, das zum zweitgrößten Internet-Nutzer weltweit nach den USA aufgerückt ist.
Im vergangenen Monat kaufte Yahoo einen 40-Prozent-Anteil am chinesischen Unternehmen Alibaba.com für eine Milliarde US-Dollar (rund 800 Millionen Euro), was die bisher höchste Auslandsinvestition in Chinas Internet-Sektor war.

(Hayo Lücke)

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