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Routerzwang: Transparenzverordnung bringt offenbar doch keine Änderung

Im Februar hatte die Bundesnetzagentur den ersten Entwurf einer Transparenzverordnung vorgelegt, die den Routerzwang mancher Provider abgeschafft hätte. In der finalen Version, die unter anderem netzpolitik.org vorliegt, wurde dieser Punkt nun wieder gekippt.

25.09.2014, 13:09 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Im Februar hatte die Bundesnetzagentur den ersten Entwurf einer Transparenzverordnung vorgelegt, die den Routerzwang mancher Provider abgeschafft hätte. In der finalen Version, die unter anderem netzpolitik.org vorliegt, wurde dieser Punkt nun wieder gekippt.

Transparenz = auf Verbot hinweisen

Damit können Anbieter eines Internetzugangs ihren Kunden nach wie vor vorschreiben, welchen Router sie zu nutzen haben beziehungsweise die Wahl auf wenige Modelle einschränken.

Im Sinne der Transparenz sollen laut Bundesnetzagentur die Provider ihre Kunden nur noch darauf hinweisen, dass der zum Vertrag gehörende Router nicht ausgetauscht werden darf. Ursprünglich sollten die Provider verpflichtet werden, den Kunden darauf hinzuweisen, dass er den Router gegen einen anderen austauschen darf.

Routerzwang drückt Kosten

Ursprünglich beschränkten die Provider die Wahl des Routers, um eigene technische Lösungen einsetzen zu können. Mittlerweile gibt es dafür aber keine Notwendigkeit mehr. Der Routerzwang ist nur noch ein Mittel, um Kosten zu drücken.

In einigen Fällen müssen die Kunden dann mit technisch mangelhaften Geräten vorlieb nehmen. In anderen Fällen müssen sie sich auf ein Mietmodell einlassen, dass teurer ist, als sich ein einfaches Gerät selbst anzuschaffen.

Viele Regelungen, von denen der Verbraucher profitiert

Die Bundesregierung hatte im Koalitionsvertrag erklärt, den Routerzwang abschaffen zu wollen. Auf dieser Linie lag auch die Bundesnetzagentur mit dem ersten Entwurf zur Transparenzverordnung. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel bekräftigte dies noch im vergangenen August.

Die Transparenzverordnung enthält auch Regelungen, nach denen die Provider nicht nur die maximale Bandbreite einer Internetverbindung nennen müssen ("bis zu"), sondern auch die Mindestbandbreite und im Mobilfunk auch die durchschnittlichen Datenraten.

(Peter Giesecke)

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