Eigener Router zum Schnäppchenpreis?

Routerfreiheit: AVM sieht signifikanten Markt für frei käufliche Router

Ab dem 1. August haben Internetkunden die Möglichkeit, einen eigenen Router einzusetzen. AVM rechnet hier durchaus mit einer nicht ganz unbedeutenden Menge an potentiellen Router-Käufern. Ob sich der Kauf eines Routers lohnt, ist auch ein Rechenspiel.

Jörg Schamberg, 10.06.2016, 12:37 Uhr
AVM Fritz!Box 6490 CableDie Fritz!Box 6490 gibt es ab August auch frei verkäuflich im Handel.© AVM Computersysteme Vertriebs GmbH

Köln - Ab dem 1. August 2016 fällt der sogenannte "Routerzwang". Kunden eines Internet-Providers haben dann die Möglichkeit, einen eigenen Router für den Zugriff auf den Internetzugang einzusetzen. Bislang haben vor allem die Kabelnetzbetreiber Kunden bestimmte WLAN-Router zur Verfügung gestellt, der Anschluss eines selbst gekauften Routers war nicht oder nur mit Einschränkungen möglich. Unitymedia (www.unitymedia.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) hat in dieser Woche bereits Details zum Verfahren ab August mitgeteilt: Sowohl Neu- als auch Bestandskunden erhalten die Zugangsdaten, wenn sie ihre MAC- und Seriennummer telefonisch per Hotline an Unitymedia übermitteln. Allerdings rechnet der Kabelnetzbetreiber damit, dass sich nur ein sehr geringer Teil der Kunden für einen eigenen Router entscheiden wird. Der Berliner Router-Hersteller AVM sieht das jedoch anders, wie uns ein Sprecher im Rahmen der ANGA COM erläuterte.

Entscheiden sich hunderttausende Kabelkunden für eigene Router?

Es gebe durchaus einen signifikanten Markt für freie Router, so der AVM-Sprecher. Bei rund sechs Millionen Kabelanschlüssen in Deutschland rechnet das Unternehmen mit einigen hunderttausend Kunden, die sich für einen eigenen Router entscheiden könnten.

Dabei müssen sich diese nicht zwangsläufig für einen Router von AVM entscheiden. Auch andere Hersteller stehen bereits in den Startlöchern, um ab August ihre Router auch Kunden anzubieten, die bislang bei ihrem Provider nicht die Möglichkeit zum Einsatz eines eigenen Routers hatten.

Vorteile eines eigenen Routers

AVM hatte sich in den vergangenen Jahren stets für die Routerfreiheit stark gemacht und den Weg bis hin zur Verabschiedung des Gesetzes kritisch begleitet. AVM hat auf seiner Webseite sogar eine Unterseite zur freien Routerwahl geschaltet, auf der die Berliner über den Stand der Implementierung bei DSL-Providern und Kabelnetzbetreibern informieren.

Der Vorteil der freien Wahl eines eigenen Routers: Die kompletten Features des Gerätes lassen sich in der Regel nutzen, Beschneidungen einzelner Funktionalitäten des Router durch den Provider können umgangen werden. Vor allem dürften Nutzer schneller von neuen Funktionen profitieren, wenn sie ihre Router mit Firmware-Updates selber aktualisieren können.

Eigener Router zum Schnäppchenpreis?

Jeder Internet-Kunde sollte für sich aber die Rechnung aufstellen, ob er einen eigenen Router benötigt. Denn zum Schnäppchenpreis werden die frei verkäuflichen Router sicher nicht erhältlich sein. Ab dem 1. August ist beispielsweise auch die Fritz!Box 6490 Cable im Handel frei verkäuflich verfügbar, bislang war der Router nur über die Kabelnetzbetreiber erhältlich. Einen Preis hat AVM bisher nicht mitgeteilt. Dieser dürfte sich aber etwa im Preisrahmen des VDSL-Routers Fritz!Box 7490 bewegen, der zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 289 Euro angeboten wird. Bei Händlern wie Amazon ist die Fritz!Box 7490 online bereits für 199 Euro erhältlich. Da mit der Fritz!Box 6590 bereits das Nachfolger-Modell für den Kabel-Router vor dem Marktstart steht, dürfte sich auch der Preis für die Fritz!Box 6490 im Handel vermutlich schnell im Bereich um 200 Euro einpendeln.

Bei den Kabelnetzbetreibern zahlen Internet-Kunden für die Nutzung einer Fritz!Box in der Regel eine monatliche Mietgebühr in Höhe von rund 5 Euro. Während der 24-monatigen Mindestvertragslaufzeit ergibt sich somit bereits ein Betrag von 120 Euro. Nach Ende des Vertrags muss der Router jedoch wieder an den Anbieter zurückgegeben werden. Wer sich also länger an einen Anbieter binden will, könnte unter dem Strich hinsichtlich der Kosten von einem eigenen Router profitieren. Und was passiert im Schadensfall? Hersteller AVM gibt aktuell eine Herstellergarantie von bis zu fünf Jahren auf die Hardware.

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